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Palästina · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 11

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Die Entwicklungsmöglichkeiten des Karmel im Zusammenhange mit der Entwicklung der Stadt Haifa
Date
1930-01-01
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
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hat Dr. E. Graf von Miihlinen in seinem Buche „Beiträge zur Kenntnis des Kamel", Leipzig 1906, in Kommission bei K. Baedecker, auf Grund der historischen Fundstätten interessantes Material zusammengetragen. Sicher ist, daß zuletzt, zur Zeit der Kreuzfahrer, der Karmel eine große Bolle gespielt hat. Im 18. Jahrhundert war der Karmel so verödet, daß von einer ortsansässigen Bevölkerung nur noch geringfügige Spuren verblieben waren. Der größte Teil des Karmel diente als Weideland für die Herden der an seinem Fuße liegenden arabischen Dörfer, insbesondere die Dörfer Tireh, Beled es Shech und Yajur. In dem südlichen Teil des Karmel siedelte sich im Laufe des vorigen Jahrhunderts eine Anzahl Drusenfamilien an, die in den Karmeldörfern Dalieh und Essefieh wohnen. Als einzige Beste europäischer Ansiedlung verblieben die beiden oben genannten Klöster. Dieses Bild ändert sich mit der Einwanderung der deutschen Templer, deren Haifaer Kolonie den Plan faßte, auf dem Karmel Besitz zu erwerben. Unter romantischen Begleitumständen nahm diese deutsche Templergemeinde von dem Haifa am nächsten liegenden Bergrücken Besitz und verteilte diesen an die einzelnen Mitglieder, hauptsächlich zum Zwecke der Anpflanzung von Wein. Als den eigentlichen Eroberer des Karmel darf man den deutschen Konsul Keller bezeichnen, der sich oben ein Anwesen schuf und in den letzten Jahren seines Lebens unermüdlich Kiefernwaldungen anlegte. Auch die deutschen Borromaerinnen, eine evangelische Missionsgesellschaft und die russische orthodoxe Kirche legten auf dem Karmel Heime an, die bald den Charakter von Erholungsheimen auch für Fremde annahmen. Dieses etwa war der Stand der Besiedlung des Karmel bei Ausbruch des Krieges. Die zionistische Bodeneinkaufsgesellschaft, die Palestine Land Development Company, hatte bis dahin lediglich an dem der Stadt Haifa zugeneigten Hange des Karmel größere Erwerbungen zum Zwecke der Begründung eines jüdischen Stadtviertels gemacht, ein großes Wagnis in Anbetracht der damaligen etwa 1000 Seelen zählenden jüdischen Gemeinde, und der Hilfsverein der deutschen Juden hatte anschließend an dieses, später Hadar Hakarmel genannte Stadtviertel ein jüdisches technisches Erziehungsinstitut ausgebaut. Bei diesem Stande der Angelegenheiten erwachte naturgemäß jüdischerseits bereits vor dem Kriege der Plan, auch auf dem Karmel rechtzeitig Boden zu erwerben, und die Palestine Land Development Co. trat mit den arabischen Besitzern des an die Kellerschen Grundstücke anschließenden Bodens wegen Kauf von etwa 3000 Dunam in Verhandlungen. Der Verfasser dieses Aufsatzes wurde in seiner damaligen Eigenschaft als Leiter der technischen Abteilung der P. L. D. C. vor die Auf-

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