Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Die Entwicklungsmöglichkeiten des Karmel im Zusammenhange mit der Entwicklung der Stadt Haifa
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 2)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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die unter dem Worte Karmel nur die der Stadt Haifa am nächsten liegenden Teile dieses Gebirges verstehen. Der Karmel bildet vielmehr einen Gebirgsrücken, etwa von der Form eines Dreieckes, dessen Spitze das bekannte Karmeliterkloster bei Haifa bildet und von dessen beiden Seiten die eine etwa in südlicher Richtung längs des Meeres bis etwa in die Gegend von Zichron Jacob reicht, während die zweite in südöstlicher Richtung den Emek Israel bis nahe an Jenin heran begleitet. Man kann ferner auf dem Karmel ganz deutlich eine Kammlinie erkennen, die ebenfalls von dem erwähnten Karmeliterkloster ausgeht und etwa bis zu dem zweiten auf dem Karmel liegenden Kloster, el Muhraqua, reicht, der Stelle, mit der die Tradition die berühmte in der Bibel geschilderte Regenbeschwörung des Propheten Elia verbindet. Diese Kammlinie wird durch einen heute noch fahrbaren Weg markiert, der stellenweise Spuren einer alten Römerstraße aufweist. Im übrigen zerfällt der Karmel im wesentlichen in einzelne, größtenteils in ostwestlicher Richtung streichende Höhenrücken, die durch Wadis voneinander getrennt sind. Fast alle dieser Höhenrücken und Wadis führen charakteristische Namen, die dem Altertumsforscher interessante Aufgaben stellen. Darüber hinaus enthält der Karmel eine außerordentliche Menge von historischen Fundstätten, die zum Teil sogar in die prähistorische Zeit hinaufreichen. Auch das Klima des Karmel sei nur in wenigen Sätzen gestreift. Schon die historische Deutung des Namens als „Kerem El", das heißt Weingarten Gottes, weist darauf hin, daß der Karmel zu den bevorzugten Teilen des Landes gehörte. Seine durchschnittliche Höhe ist 300 bis 500 m über dem Meeresspiegel. Die von allen Besuchern in den heißen Sommermonaten festgestellte kühlere Temperatur gegenüber der Küstenebene wird nur zum kleineren Teil durch den Höhenunterschied bewirkt. Die wesentlichste Wirkung geht von der von Westen her wehenden erfrischenden Seebrise aus. Was das Winterklima des Karmel anbetrifft, so ist es sogar unter der Bevölkerung Palästinas wenig bekannt, daß infolge des erwähnten verhältnismäßig geringen Temperaturunterschiedes auch dieses Klima auf dem Karmel außerordentlich angenehm ist. Abgesehen von den wenigen Regentagen herrscht in den Wintermonaten ein herrlicher Sonnenschein, der die Luft angenehm durchwärmt und mit dem Duft der Kiefernwälder und aromatischer Kräuter füllt. Die Eignung des Karmel als Kuraufenthalt für eine Reihe von Krankheiten ist bereits von ärztlicher Seite mehrfach behandelt worden. Über die Geschichte der menschlichen Siedlungen auf dem Karmel