Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Die Bedeutung der Bodenreserve
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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einen geringen Pachtzins erhalten kann. Eine planmäßige Politik erfordert aber in erster Reihe, daß Böden zu billigen Preisen erworben werden. Der Keren Kajemeth kann erst in den allerletzten Jahren auf einige Bodenkäufe hinweisen, die im Sinne einer zweckmäßigen Bodenpolitik als Bodenreserven zu bezeichnen sind. So vor allem die bedeutenden Landerwerbungen um die Haifa-Acco-Bucht. Hier ist eine ausgiebige Reserve um die künftige Großstadt Palästinas mit ihren unübersehbaren Erweiterungs- und Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen worden. Ferner der Erwerb eines zusammenhängenden Geländes von etwa 45.000 Dunam an der Küste, in der zukunftsreichen Pflanzungszone von Samaria, wo eine intensive Bodenbearbeitung und eine dichte Besiedlung möglich ist. Das sind aber nur die ersten Etappen, und in dieser Richtung stehen noch sehr bedeutende Aufgaben bevor. Es gibt Gebiete im Lande, wo Böden dringend erworben werden müssen, falls man nicht will, daß sie uns für immer verlorengehen. Zwar machen sich Stimmen laut, daß man sofort alle Böden, deren Erwerb nur möglich ist, jüdisch machen müsse, weil es morgen schon zu spät sein würde, Land zu bekommen. Wir können uns dieser Auffassung schon deshalb nicht anschließen, weil es uns bei den allergrößten Anstrengungen nicht möglich sein wird, die gesamten noch unbesetzten Ländereien oder auch nur diejenigen, deren Erwerb in der nächsten Zeit möglich ist, binnen kurzer Zeit in das Eigentum des jüdischen Volkes zu überführen. Für uns ist der Zionismus auch beim raschesten Tempo ein organischer Prozeß, und die Bodenerwerbstätigkeit muß als ein Teil dieses Prozesses in ein gewisses Verhältnis zu den Siedlungsmöglichkeiten gebracht werden. Nichtsdestoweniger ist es richtig, daß es Gegenden im Lande gibt, wo die Gefahr besteht, daß der Zugang zum Boden den Juden für ewige Zeiten versperrt werden könnte. Das gilt vor allem für diejenigen Ländereien, die sich für intensive Bearbeitung eignen. So könnten uns zum Beispiel Böden dadurch verlorengehen, daß die nicht jüdischen Grundbesitzer Pflanzungen auf ihnen anlegen. Denn normalerweise wird uns kein Land zum Kauf angeboten, in welches größere Beträge investiert worden sind. Gerade in diesen Gegenden ist die Schaffung von Bodenreserven im schnellsten Tempo eine unumgängliche Notwendigkeit. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, Bodenreserven überall zu bilden, wo durch die Lage und Qualität der Ländereien, wie auch durch die allgemeine Gestaltung der wirtschaftlichen oder auch politischen Verhältnisse im Lande die Überführung der Böden in jüdischen Besitz in der Zukunft auf Schwierigkeiten stoßen kann. Vor allem aber müssen