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Palästina · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 7

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Die Bedeutung der Bodenreserve
Date
1930-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Die erste Aufgabe der jüdischen Bodenpolitik ist, dem Siedlungswerk Ländereien in der besten Lage zu möglichst günstigen Bedingungen in ausreichendem Maße zur Verfügung zu stellen. Dies alles kann vermittels Bodenreserven erreicht werden. Beim Vorhandensein derselben ist der Kolonisator nicht auf den momentanen Stand des Angebotes auf dem Bodenmarkt angewiesen, sondern er wird stets die besten Ländereien für die künftige Siedlungsarbeit in Reserve haben. In bezug auf Preise ist er nicht von den im Augenblick herrschenden abhängig, die häufig von einer vorübergehenden Konjunktur, von zufälligen Umständen und dergleichen bestimmt werden. Als wichtigster Grundsatz unserer Bodenpolitik diene die These, daß überall, wo als Resultat der wirtschaftlichen Entwicklung ein Aufstieg zu erwarten ist und wo infolgedessen eine Vermehrung der Bevölkerung und Schaffung von Arbeitsgelegenheiten für Juden ermöglicht werden, vom Keren Kajemeth rechtzeitig Bodenreserven zu bilden sind. Die große wirtschaftliche und nationale Bedeutung der Bodenreserve liegt auf der Hand: sie sichert die zukünftigen Ansiedlungsmöglichkeiten für viele Tausende arbeitender Familien, sie gibt die maximale Gewahr für die Durchsetzung des fundamentalen Prinzips der jüdischen Arbeit, sie bietet die Garantie für den jüdischen Charakter unseres Werkes. Sehr wichtig ist es, rechtzeitig an die Schaffung von Bodenreserven heranzugehen, das heißt die Ländereien zu einer Zeit zu erwerben, wo sie noch zu mäßigen Preisen zu bekommen sind. Indirekt könnte vielleicht auch eine günstige Wirkung auf den gesamten Bodenmarkt erzielt werden, da anzunehmen ist, daß sich die Bodenpreise auf diese Weise auf einem niedrigeren Niveau halten werden. Das Angebot von Pachtboden zu mäßigen Bedingungen wird der Preistreiberei der Bodenspekulanten den Wind aus den Segeln nehmen. Es kommt bei der Bildung von Bodenreserven darauf an, die Bodenkäufe noch vor dem Einsetzen des raschen Tempos des wirtschaftlichen Fortschrittes in diesem oder jenem Gebiet durchzuführen. Denn wenn dieses Tempo erst einmal eingesetzt hat, so wird die Bodenerwerbstätigkeit im allgemeinen durch das Aufschnellen der Bodenpreise erschwert. Der Keren Kajemeth würde in diesem Falle in eine äußerst schwierige Situation versetzt werden, denn er würde kaum imstande sein, die Preise zu bewilligen, die sich ein privater Grundbesitzer leisten kann. Dieser rechnet auf einen guten Gewinn, den er neben der Preissteigerung der Böden aus den hochwertigen Monopolprodukten zu erzielen in der Lage ist, während der Keren Kajemeth für seine Ländereien höchstens

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