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Palästina · 1929-12-01 · Heft 12 (Dezember 1929) · p. Seite 27

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 12 (Dezember 1929)
Article
Die kooperative Bewegung unter den Juden in Palästina
Date
1929-12-01
Page
Seite 27 (sequence 5)
Language
German
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Seilschaft mit ähnlichen Funktionen, wie sie Solei Boneh hatte, für nützlich halt. Diese Gesellschaft übernahm bei Gründung die Haftung für 20.000 £ Schulden des „Misrad le Avodoth Ziburioth". (Wie bekannt, hatte dieser, um der Arbeitslosigkeit 1923 zu steuern, Straßenbauten und dergleichen von der Regierung übernommen. Das Defizit, behauptete er mit vielem Rechte, sei auf Anlernungskosten und Arbeits* losenfürsorge zu rechnen, wofür die Zionistische Organisation aufzukommen habe. — Die Red.) Der Misrad und Solei Boneh führten von 1920 bis 1927 Arbeiten im Betrage von zirka 1*5 Millionen £ aus, davon 230.000 für die Regierung, 168.000 für zionistische Institute, 152.000 für die Haifabai usw. Im städtischen Häuserbau sicherte Solei Boneh die jüdische Arbeit gegen die billige nichtjüdische Konkurrenz. Er beschäftigte zur Zeit des maximalen Standes (1926) bis 3200 Arbeiter, durchschnittlich in diesem Jahr 2500. Die Leiter des Solei Boneh geben Gründe für den Mißerfolg an: ]. Mangel an genügendem Betriebskapital. 2. Der Zusammenbruch der Baubewegung Ende 1925 und die damit verbundene finanzielle Depression. 3. Die Verschleppung der Verhandlungen wegen einer Anleihe. 4. Das Drängen des Anleihekonsortiums, ab Mai 1927 keine Geschäfte mehr abzuschließen. 5. Zu große Zentralisation, ungeeignete Verträge mit den Arbeitern, die ihrerseits keine Verantwortlichkeit für die unternommenen Arbeiten fühlten. Zu den normalen Schwierigkeiten, welche die Genossenschaften in allen Ländern haben, treten in Palästina noch besondere: daß der jüdische Bauer Individualist ist, daß eine Spaltung zwischen Arbeitersiedlungen und den seinen besteht, das Bestreben der ersteren, ihre eigenen, separaten Institutionen zu bilden, die Notwendigkeit, sehr vorsichtig im Erteilen von Ratschlägen zu sein, weil diese als Eingriff in die eigene Autonomie angesehen werden, und schließlich die Schwierigkeit, Änderungen in Körperschaften herbeizuführen, welche viele Jahre nach gewissen Regeln gearbeitet haben. Bisher haben sich die Arbeiter nicht davon überzeugen lassen, daß kein Raum ist und keine Notwendigkeit besteht für separate Organisationen für den Verkauf von Produkten der Arbeiterwirtschaften. Eine Anstrengung, eine nationale, kooperative landwirtschaftliche Großhandlungsgesellschaft zu schaffen, war bisher vergebens. Auch den Farmern ist noch nicht die Einsicht gekommen, sich alle zu einer Großverkaufsgenossenschaft (z. B. Orangen) zusammenzuschließen. Eine andere Schwierigkeit ist das Ungenügen von "Warenhäusern für Korn, Futter usw. Bei all diesen Schwierigkeiten ist es ermutigend, festzustellen, daß auf dem Wege kooperativen Verkaufs jüdische landwirtschaftliche Produkte im "Werte von nicht weniger als 465.000 £ pro Jahr abgesetzt werden, und zwar £ Mandeln................ 30.000 Trauben (in Form von Wein)......... 75.000 Milch und Milchprodukte.......... 80 000 Getreide und Futter............ 20.000 Obst (inkl. Orangen, Tafeltrauben, Bananen, Wassermelonen usw.)............. 220.000 Tabak................. 10.000 Eier, Hühner, Honig usw........... 30 000 465.000 Hiervon sind mehr als 300.000 £ für den Export zu rechnen. 2*5 Millionen Liter Milch werden — nüssig oder verarbeitet — durch die zentralen

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