Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1929)
- Article
- Die kooperative Bewegung unter den Juden in Palästina
- Date
- 1929-12-01
- Page
- Seite 26 (sequence 4)
- Language
- German
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Arbeiter, aber solange er die Rochdale-Grundsätze nicht annimmt, ist er keine Kooperative. Tabak. Fast die ganzen 6001, welche jüdische Pflanzer 1924 und 1925 ernteten, wurden von vier Kooperativen verkauft. Der Gesamterlös betrug zirka 80 000 £. Viehversicherung. Außer „Hachaklaith" (über welche wir im Jahrgang 1928, S. 446, ausführlich berichtet haben. — Die Red.) gibt es noch die Kooperative „Schomron'% für deren Gründung die Pica gesorgt hat, je eine in Rechoboth, Atarotb und Moza. J a c h i n. Diese kooperative Arbeiterorganisation ist als Fortsetzung des „Misrad Kablani" zur Ausführung von Arbeiten für fremde Rechung bestimmt. (Wir haben darüber in Nr. 5/6, S. 86, berichtet.) In den zwei Jahren ihres Bestandes, 1927 und 1928, hat sie rund 250 Arbeiter beschäftigt, die durchschnittlich 237 Müs Taglohn erhielten (1 Mil — 2 Pfennig). Die Arbeiten machten 1927: 8000, 1928: 17.000£ aus, für 1929 sind bereits Geschäfte für 25.000 £ abgeschlossen. Die Bilanz für 1928 zeigt Aktiva von 4354, Passiva vou 2868 £, Kapital und Reserven 509 £, Reingewinn 980 £. Die landwirtschaftlichen Kooperativen haben Aussicht auf Gedeihen, wenn sie stets nur von Fachleuten geleitet, mit genügend Anfangskapital gegründet, auf Basis rein kommerzieller Grundsätze finanziert, keine Klassenkämpfe in sie hineingetragen werden, die Aufnahme der Mitglieder eine freie bleiben wird, von vornherein auf das Wachstum der Produktion Rücksicht genommen, Vorratshäuser für den großen Ein- und Verkauf geschaffen werden und die Regierung das Genossenschaftswesen in jeder Form fördern wird. Produktivgenossenschaften (mit Ausnahme der landwirtschaftlichen). Auf diesem Gebiet ist schon viel experimentiert worden. Sehr viele Versuche schlugen fehl, und zwar aus Mangel an genügendem Kapital, Fehlen von technischen Sachverständigen und dadurch Herstellung von nicht erstklassigen Qualitäten, schlechter innerer Organisation usw. Industrielle Kooperativen: Ende 1928 gab es 52 Kooperativen, davon Bau- und Holzarbeit 7, Baumaterialien 6, Kleidung und Schuhe 4, Elektrizität 2, Metallarbeit, Bleiarbeit, Wasserversorgung 5, Druckereien 2, Transport 8, Dienste (Restaurants und Barbiere) 3, Bäckereien, Wäschereien 5, Gesamtmitgliederzahl 663. Eigenes Kapital 15.910, Werkzeuge usw. 19.490, Monatsproduktion 10.200 £ Nach den geraachten Erfahrungen sollten keine industriellen Kooperativen mehr gegründet werden, bevor nicht durch genaues Studium die Möglichkeiten der bestehenden geprüft wurden, keinesfalls solche unter fünf Mitgliedern, auch nicht aus dem Grunde, um Arbeitslosen Beschäftigung zu geben. Kooperativen sollen nicht zu sehr abhängig werden von der Histadruth. Völlige Autonomie und volle Verantwortlichkeit sind auch für diese Art von Kooperativen anstrebenswerte Ziele. Baugenossenschaften. Dies sind kleinere Gruppen (Chavuroth) für die verschiedensten Bauarbeiten. Bei der letzten Zählung, 1926, gab es 150 solche Gruppen mit über 2500 Mitgliedern, die damals größtenteils vom „Solei Boneh" beschäftigt wurden. Er gab ihnen Subkontrakte, wobei die Gruppe verantwortlich für die Arbeit war. Private Bauherren beschäftigten die Gruppe wenig. Nach der Krise sind viele Gruppen verschwunden. Die überlebenden haben die Tendenz, sich abzuschließen und nicht mehr als Ausbildungsstätten für neue Einwanderer zu werden. Gegenwärtig gibt es kaum 100 städtische Baukwuzoth mit zirka 150 Mitgliedern. Solei Boneh. Obzwar dieser in Liquidation ist, wird es doch von einigem Nutzen sein, über diese Gesellschaft etwas zu berichten, nicht nur, weil sie einen Verlust von über 200.000 £ verursacht hat, sondern, weil man für die Zukunft eine Ge-