Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1929)
- Article
- Die kooperative Bewegung unter den Juden in Palästina
- Date
- 1929-12-01
- Page
- Seite 25 (sequence 3)
- Language
- German
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Milch. Die Produktion der jüdischen Kolonien ist in Zunahme begriffen. Volcani meint, daß das Land genug erzeugen kann, um die Einfuhr (die 13.5 Millionen Liter Milch im Jahr entspricht) überflüssig zu machen. (Über die Organisation des Verkaufs siehe den betreffenden Artikel des Verfassers in Nr. 1/2 1928. Anm. d. Red.) Orangen. Es sind jetzt zirka 90.000 Dunam bepflanzt, wovon 35.000 Frucht tragen. 45 000 gehören Juden, davon tragen 12.000. Die „Pardess" Cooperative ist die einzig vorhandene Genossenschaft. Neuestens hat auch die landwirtschaftliche Vereinigung Petach Tikwah die direkte Verschiffung aufgenommen, ebenso der „Maschbir" Pardess hat 104 Mitglieder in 7 Kolonien mit 4110 Dunam (30% der jüdischen, fruchttragenden Gärten). In der Saison 1928/29 verschiffte Pardess 321.000 Kisten Zitrusfrüchte. Die Bilanz zeigt Aktiva von rund 81.000 £, Passiva von 66 000 £. Wein. Die bekannte Genossenschaft „Societe Cooperative Vigneronne" hat 290 Mitglieder in 6 Kolonien. Sie verkaufte 1926 '21 Wein um 118.200 £. Mandeln. Nahezu alle jüdischen Mandeln werden von 4 Genossenschaften und einer Gesellschaft verkauft. Gemüse, Eier, Geflügel. Der „Maschbir" organisiert den Verkauf teils durch eine eigene Abteilung, „Thuvah". Die Summe dieser Produkte, die durch Kooperativen verkauft wurden, war 1924/25 4912 £ und 1927/28 bereits 16.762 £. Der Maschbir. Hier mögen einige "Worte über den „Maschbir" Platz finden. Er wurde im Frühjahr 1916 durch die jüdischen landwirtschaftlichen Arbeiter in Galiläa gegründet. Er war zuerst eine Zentrale für die Beschaffung aller nötigen Artikel für die jüdische Arbeiterschaft in Stadt und Land. Er errichtete kooperative Küchen und Bäckereien, organisierte eine Abteilung für den Verkauf der Produkte der landwirtschaftlichen Arbeiter sowie für Großeinkauf ihrer Bedürfnisse. Die Zionistische Exekutive besitzt 40% des Anteilkapitals von 8789 £. Der Maschbir ist heute keine Konsumgenossenschaft, sondern eine Art Kolonisationsunternehmen und Großhandelsgesellschaft. Kredite wurden zu leicht gegeben, die Käufer nicht gezwungen, Mitglieder zu werden. Er finanzierte auch „Solei Boneh". Einige Filialen hatten Verluste. Küchen und Bäckereien waren nicht rentabel. 1926 wurde Maschbir reorganisiert. Die Kredite wurden eingeschränkt, die Verpflichtungen vermindert, die Anteilzahlungen vermehrt, unrentable Zweige liquidiert. Konsumladen wurden in Schchunath Borochow eröffnet. Im März 1927 wurde in Verbindung mit einer privaten Firma von Textilkaufleuten eine Abteilung für den Verkauf von Textilwaren etabliert, „Hamaschbir-Textil", die jetzt vollkommen unabhängig ist. Beide Partner gaben je 2000 £ Anteil und je 6000 £ Kredit und erhalten für die Belieferung 12.5% Kommissionsgebühr. Die Umsätze des Maschbir waren in Pfund 1925/26: 209.713, 1926/27: 147.394, 1927/28: 107.334. Die Ursachen des Rückganges sind: Abtrennung der Milchsektion, Schließung unrentabler Zweige, Einschränkung von Krediten, Einstellung der Tätigkeit des Solei Boneh, geringere Aufwendungen der Exekutive für landwirtschaftliche Kolonisation, Abschaffung der Bons. Die Bilanz per 30. September 1928 zeigt ein Anteilskapital von 8759 £, Verbindlichkeiten (inklusive Verpfändungen von 5579 £) von 32.287 £. (Außerdem Haftungen von 6280 £.) Die Aktiven werden mit 41.135 £ angegeben, der Gewinn mit 89 £. Das Fehlen von Reserven ist ersichtlich und auch von den Auditors wird darauf aufmerksam gemacht. Der Maschbir ist weder eine Konsumgenossenschaft, noch eine kooperative Verkaufsgesellschaft im üblichen Sinne. Er erfüllt eine wichtige Funktion im Leben der