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Palästina · 1929-12-01 · Heft 12 (Dezember 1929) · p. Seite 20

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 12 (Dezember 1929)
Article
Soziale Frauenarbeit in Palästina
Date
1929-12-01
Page
Seite 20 (sequence 5)
Language
German
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Palästina selbst. Hier entstand nach dem Kriege, unter Einflußnahme von Henriette Szold, der Hadassahleiterin, eine autonome Frauen-Landesorganisation, die Histadruth Naschim Ibrioth, die sich ein grausam vernachlässigtes Gebiet der sozialen Fürsorge, dasjenige für Mutter und Kind erwählte. Sämtliche Institute der Organisation: das Heim für hilfsbedürftige Säuglinge in Jerusalem, Tageskrippen in Tel-Aviv und Haifa, Milchverteilung für Kinder, Unterbringung von Wöchnerinnen in Hospitälern, Arbeitsbeschaffung für orientalische Mütter durch Nadelindustrie, Erziehungs- und Sprachkurse für eingewanderte Mütter, Distriktspflege im Hinblick auf das Wohl der Kinder — dienen diesem Zweck. Daneben benützt die Organisation ihre soziale Arbeit als ein Mittel zur Erfüllung ihrer zweiten Aufgabe: die Erziehung der Frauen des Landes zur Mitarbeit an allen öffentlichen Aufgaben. Dabei ist dieser Organisation durchaus bewußt, daß sie in ihrer sozialen Arbeit nur Schrittmacherin sein darf für die Vertretung des gesamten Jischub, unter dessen Leitung die einzelnen Teile der sozialen Fürsorge sich zu einem Gesamtsystem der Sozialpolitik vereinigen müssen. Die Histadruth Naschim Ibrioth strebt deshalb nach immer engerem Anschluß an den Waad Leumi. bezw. die Knesseth Jisrael, der sie durch ihre 14 Arbeitsgruppen mit zirka 2000 Mitgliedern bereits jetzt hilft, die Bevölkerung zum Verständnis und zur Mitarbeit am sozialen Werk zu erziehen. Eine organisatorisch wichtige Tat der Histadruth Naschim Ibrioth war ihre Vereinigung mit der Organisation für Gleichberechtigung der Frauen, dem zionistischen Mädchenverein, den Misrachi-Frauen und einer Anzahl lokaler Vereine zu einem „Bund der palästinensischen Frauenvereine", der gemeinsam die Interessen der Frauen im Lande fördern will. Wer da weiß, aus welchen heterogenen Elementen der palästinensische Jischub besteht, und wieviel verschiedenartige Interessen und Auffassungen hier durcheinanderlaufen, der versteht die Bedeutung solcher Zusammenfassung zerstreuter Gruppen zu würdigen. Sie ist ein gutes Mittel, um Eigennutz und Wichtigtuerei zu bekämpfen. Außerdem haben diese organisatorischen Bestrebungen sehr viel zur Verbreitung der hebräischen Sprache beigetragen. Ein weiterer wichtiger Schritt zu einem solchen Zusammenschluß wird erreicht sein, wenn der „Council" geschaffen sein wird, den die Histadruth Nashim Ibrioth schon vor Jahren bei der Wizo angeregt hat und der nun endlich — nach vielen Kämpfen und organisatorischen Wandlungen — auf der letzten Wizo-Konferenz beschlossen wurde: In diesem Council sollen Wizo, Moazath-ha-Irgunim und Moazath-ha-Poaloth unter Vorbehalt ihrer Zustimmung auch Hadassah gemeinsam über Maßnahmen zur Ausbildung von Frauen und Kinderfürsorge beschließen.

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