Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1929)
- Article
- Soziale Frauenarbeit in Palästina
- Date
- 1929-12-01
- Page
- Seite 19 (sequence 4)
- Language
- German
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palästinensischen Frauen nur durch fachliche Ausbildung gründlich reformiert werden könnte, und schuf daher die entsprechenden Einrichtungen: In den Städten gründete er zur Produktivierung der proletarischen Frauen Handarbeitsschulen, die später hauptsächlich die jüdische Nadelspitze auf den Markt brachten. Auf dem Lande beteiligte er sich — gemeinsam mit der Zionistischen Organisation (diese Gemeinsamkeit war wichtig und richtig) — an der Errichtung der ersten landwirtschaftlichen Frauenschule in Kinereth. Ein weiterer ganz bedeutsamer Schritt zur Systematisierung der Frauenarbeit wurde wiederum im Auslande unternommen, nämlich in Amerika durch das Entstehen der „Hadassah4\ Hier wurde allerdings der Begriff Frauenarbeit aufgefaßt als Überlassung eines bestimmten Arbeitsgebietes innerhalb der Zionistischen Organisation an die Frauen, während dieses Arbeitsgebiet selbst — die Gesundheitspflege — keine eigentliche Frauenaufgabe darstellt, sondern Verstaatlichung erfordert. In der Tat hat die Organisation „Hadassah" immer mehr den Anschluß an die Zionistische Organisation in Amerika und an die Zionistische Weltorganisation gesucht. Ihr allergrößtes Verdienst besteht darin, daß sie auf dem Wege über die Frauen weite Kreise des amerikanischen Judentums für Palästina und den Zionismus geworben und daß sie der Zionistischen Organisation ein bereits von Anfang an systematisch bearbeitetes Gebiet der Volksfürsorge übergaben. Am konsequentesten in der Auffassung der Frauenarbeit als einer Arbeit von Frauen für Frauen war die nach dem Krieg entstehende „Weltorganisation zionistischer Frauen" („Wizo"), die — in Fortführung des vom Kulturverband begonnenen Werkes — sich die fachliche Ausbildung der Frau in Stadt und Land zum Ziel setzte, allerdings auch, mehr aus Gründen organisatorischer Taktik als aus innerem Bedürfnis, Kinderfürsorge und Kinderpflege ihrem Programm hinzufüge. Die Institute dieser Organisation: die landwirtschaftliche Frauenschule in Nahalal, die Haushaltschule in Tel-Aviv, die Arbeiterinnenfarm in Ness Zionah, sind heute wichtige Teile der allgemeinen zionistischen Arbeit geworden, die mit der Zeit stark dazu betragen werden, die brennende Frage der weiblichen Ansiedlerin zu lösen. Gewisse organisatorische Schwierigkeiten, die das Auftreten der „Wizo" verursacht hat, werden erst dann zu überwinden sein, wenn sie auf der einen Seite ein Teil der zionistischen Weltorganisation werden, auf der anderen in eine enge Arbeitsgemeinschaft mit „Hadassah" und den palästinensischen Frauenorganisationen eintreten wird. Ein Symptom für den Zusammenschluß und die verantwortliche Teilnahme am Aufbau des Landes ist die Entwicklung der Frauenarbeit in