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Palästina · 1929-12-01 · Heft 12 (Dezember 1929) · p. Seite 11

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 12 (Dezember 1929)
Article
Die Bedeutung Palästinas für die Juden
Date
1929-12-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Araber, die heute schon drei viertel Millionen beträgt und die infolge ihrer außerordentlich hohen natürlichen Vermehrung in 30 Jahren auf mehr als eine Million anwachsen werden. Ganz abgesehen davon, daß eine Million Juden noch nicht für alle Zeiten das Endstadium zu sein braucht, hat dieser Einwand nur für denjenigen Bedeutung, der glaubt, daß es gegen eine Majorisierung der Juden durch die Araber in Palästina keinen anderen Schutz gebe, als daß die Juden selbst die Mehrheit erlangen. Aber wir haben auch eine feierliche Verpflichtung des Völkerbu ndes, daß Palästina so verwaltet werden soll, daß die Errichtung eines jüdischen nationalen Heimes erleichtert wird. Es wäre ein Bruch dieses Versprechens, wenn wir einer Majorisierung durch die Araber ausgeliefert würden. Ich sehe im Völkerbunde Schutz und Schild für die Fortführung unserer Tätigkeit. Wir müssen soviel wie möglich Juden nach Palästina bringen, weil mit dem Wachsen der Zahl unsere wirtschaftliche und kulturelle Stoßkraft sich potenziert. Wohl uns, wenn unsere Zahl so groß wird, daß sie die Zahl der Araber übertrifft — aber politisch soll die Rechtsstellung von Juden und Arabern in Palästina jetzt wie später unabhängig davon sein, wer von ihnen zahlenmäßig stärker ist. Wir wollen uns freihalten von dem Irrtum, der ein Jahrhundert hindurch Europa beherrschte und zu der Katastrophe des Weltkrieges führte, daß in einem Staate nur eine Nationalität herrschen kann. Unter der Ägide des Völkerbundes soll Palästina ein Staatswesen werden, in dem Juden und Araber als zwei gleichberechtigte Nationalitäten nebeneinander leben. Keine soll herrschen, keine soll dienen. Dem Rechte der Araber, in Palästina zu bleiben, steht gleichwertig das Recht der Juden gegenüber nach Palästina zu kommen. Auf dieses Recht können und werden wir nicht verzichten, weil davon das Schicksal eines 16-Millionen-Volkes abhängt, das unter den kulturschöpierischen Völkern der Menschheit sicher nicht an letzter Stelle und in der Zukunft der Menschheit noch vieles zu geben berufen ist. Aber wir wollen, indem wir uns unseres eigenen Wertes für die Kultur der Menschheit bewußt sind, damit die Kulturleistungen anderer Völker in keiner Weise verkleinern. Unser Nationalismus ist nicht ein überheblicher chauvinistischer Nationalismus, der das eigene Volk über die anderen Völker setzt, sondern ein geläuterter Nationalismus, der den anderen Völkern das gleiche Recht auf Betätigung ihrer Eigenart zugesteht, daß er für das eigene Volk fordert. Wir wollen den Chau-

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