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Palästina · 1929-12-01 · Heft 12 (Dezember 1929) · p. Seite 10

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 12 (Dezember 1929)
Article
Die Bedeutung Palästinas für die Juden
Date
1929-12-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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und Australien die Ansiedlung einer bestimmten Zahl von Familien innerhalb einer bestimmten Zeit das Ziel ist, so müssen wir uns auch in Palästina ein solches Ziel stecken. Erst dadurch werden wir jedes Jahr eine Rechnung machen können, ob wir unsere Gewissenspflicht erfüllt haben. Daß die Erweiterung unserer kolonisatorischen Arbeit eine viel stärkere Tätigkeit auf dem Gebiete des Bodenerwerbes durch den Jüdischen Nationalfonds verlangt und ohne eine solche Utopie bleibt, ist in den letzten Jahren so klar zutage getreten, daß es bereits Gemeingut aller an Palästina interessierten Kreise geworden ist. Hier muß eine besonders energische Arbeit einsetzen. Daneben scheint mir auch die Organisation der kolonisatorischen Arbeit eine neue Form zu fordern. Sie muß, wie ich bereits auf früheren Kongressen verlangt habe, auf einen besonderen Kolonisationsfonds oder eine Ansiedlungsbank übergeleitet werden. Dieser Institution muß ein bestimmter Prozentsatz von dem jährlichen Keren-Hajessod-Budget zugesichert werden. Der Zustand, daß die landwirtschaftliche Kolonisation, die doch die Grundlage all unserer Arbeit ist, als Aschenbrödel die Brocken bekommt, welche die übrigen sogenannten festen Ausgaben übriglassen, muß endlich aufhören. Man kann einwenden, daß sogar eine Million Juden in Palästina doch nur 5% aller Juden der Welt ausmacht und daß also noch immer 95% in den Ländern der Galuth verbleiben. Das ist in der Tat nicht zu ändern. Kein ernsthafter Zionist hat je daran gedacht, daß Palästina alle Juden der Welt aufnehmen könnte. So wie schon zu Zeiten des alten jüdischen Staates die Juden in den Diasporaiändern viel zahlreicher waren als in Palästina selbst, so werden wir uns auch für die Zukunft mit der Tatsache einer großen jüdischen Diaspora abfinden müssen. Aber Palästina kann den Mangel heilen, an dem diese Diaspora jetzt leidet. Jetzt sind die Judenheiten der verschiedenen Länder nur disjecta membra, denen ein zentraler Impuls, ein Herz fehlt. Palästina kann für sie dieses Herz werden, der geistige Motor, der aus der Tiefe des jüdischen Gemeinschaftslebens in Palästina neue Werte schöpferisch hervorbringt, sie der Diaspora weitergibt und hierdurch in den Zerstreuten wieder das Gefühl der Verbundenheit mit der jüdischen Gemeinschaft erweckt. Die Araber. Aber noch ein zweiter Einwand erhebt sich: auch eine Million Juden in Palästina nach 20 oder 30 Jahren wird weniger sein als die Zahl der

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