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Palästina · 1929-12-01 · Heft 12 (Dezember 1929) · p. Seite 7

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 12 (Dezember 1929)
Article
Die Bedeutung Palästinas für die Juden
Date
1929-12-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Vereinigten Staaten durch das American Joint Distrubition Committee während und nach dem Kriege den Juden Osteuropas geleistet haben. Aber es ist nicht zu verkennen, daß sich die Juden durch Assimilation an die Kultur ihrer Heimatländer kulturell immer mehr voneinander entfernen und das Gefühl ihrer Schicksalsgemeinschaft und Zusammengehörigkeit verlieren. Die Verteidigung. Das Judentum hat heute auf einer viel längeren Front und mit viel stärkeren Feinden zu kämpfen als früher. Die Mittel, die es früher zur Verteidigung benützte, wie z. B. die Sorge für Religionsunterricht der Kinder und für geordneten Gottesdienst, genügen in dem heutigen Kampfe nicht mehr. Die Juden der ganzen Welt haben im letzten Jahrhundert von den Energien gelebt, die die osteuropäische Judenheit vom 15. bis zum 19. Jahrhundert durch Konzentration ihres Geistes auf die jüdische Literatur und durch Heiraten innerhalb des eigenen Kreises in sich aufgespeichert hatte. Die jüdischen Auswanderer aus Osteuropa brachten diese jüdischen Energien in die Auswanderungsländer mit. Mit der Sperrung der Einwanderungsländer und mit der drohenden Erschöpfung des Kräftereservoirs in Osteuropa ist die Judenheit außerhalb Osteuropas auf ihre eigenen Kräfte zu ihrer Verteidigung angewiesen. Und es scheint, als ob diese Kräfte zur Abwendung der Gefahren nicht ausreichen, als ob das Judentum sich auf einer abschüssigen Bahn bewegt, an deren Ende der Untergang steht. Wenn dies nichts sagt, wer der Auflösung der Juden als einer besonderen ethnischen Gruppe und in ihrem Aufgehen in der übrigen Menschheit teilnahmslos zusieht, mit dem ist freilich nicht zu rechten. Aber er zeigt Mangel an Verständnis für das, was die Judenheit jetzt und in Zukunft für die Menschheitskultur bedeutet und für das, was der einzelne Jude von heute der Judenheit schuldet. Hätten die Juden nicht durch ihren engen Zusammenschluß alle in ihnen enthaltenen natürlichen Anlagen konserviert und immer höher in der Richtung der Geistigkeit gezüchtet, so hätten sie der Menschheit viel weniger bedeutende Männer auf dem Gebiete von Wissenschaft und Wirtschaft gestellt und sie selbst wären nicht auf die kulturelle und wirtschaftliche Höhe gelangt, die sie innehaben. Nur Kurzsichtige können den Schatz an ererbten Anlagen und kulturellen Werten, den unsere Vorfahren in drei Jahrtausenden erwarben und uns als Erbe hinterließen, als wertlos wegwerfen. Tatsächlich ist die Zahl der Juden, denen das Verschwinden der Juden gleichgültig ist, gering. Viel

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