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Palästina · 1929-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1929) · p. Seite 47

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1929)
Article
Die Unruhen in Palästina
Date
1929-10-01
Page
Seite 47 (sequence 5)
Language
German
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gehend genug seien. Bei allen Anlässen wurde von den Ministern betont, daß England an Mandat und Balfour-Deklaration festhalte, insbesondere vor der Völkerbundversammiung, und zwar 3. September: Erklärung Macdonalds, 6. September: Erklärung Hendersons, ebenso Henderson auf dem Parteitag der Labour Party, 1. Oktober. Verschiebung der Selbstverwaltung. Sowohl in der Proklamation vom 2. September Chancellors als auch in der Erklärung des britischen Vertreters beim Völkerbund, Mrs. Swanwick, wurde gesagt, daß die Erteilung einer Selbstverwaltung an Palästina angesichts der Ereignisse vorläufig verschoben wird. Die öffentliche Meinung in England. Die Haltung der englischen Presse war eine durchaus unfreundliche gegenüber dem Zionismus. Anfangs rügten zwar „Daily Telegraph" (26. August) und die „Times" (28. August) die Schwäche der Palästinaregierung, aber von einer Würdigung der zionistischen Arbeit und einer Sympathie für die Balfour-Deklaration sowie der Bekundung eines britischen Interesses an der Position in Palästina war in der ganzen Zeit der Ereignisse in den Blättern aller Parteirichtungen, einschließlich des „Manchester Guardian", nichts zu spüren. Ende September veröffentlichte der frühere Kolonialminister Churchill, von dem das bekannte Weißbuch stammt, einen dem Zionismus freundlichen Artikel. Er sagte darin, daß nie vorgesehen wurde, daß die Juden zu der herrschenden Rasse in Palästina, der alle anderen Rassen dienstbar zu sein hätten, erhoben werden sollen. Er wies auf die großen Leistungen der Juden hin, die den Arabern nur zum Vorteil gereichen. Sie brachten ihnen mehr an Wohlstand, Handel, Zivilisation, Einkommensquellen, Löhnen, Wasserversorgung — mit einem Worte die Früchte von Intelligenz und moderner Wissenschaft. Politische Äußerungen in anderen Ländern. Auf einer jüdischen Massenversammlung zu New York am 30. August wurde eine Botschaft Hoovers verlesen, der die Hoffnung aussprach, daß aus den Ereignissen „eine erhöhte Sicherheit und Festigkeit für die Zukunft Palästinas und die jüdische Heimstätte" erreicht werden wird. Auf derselben Versammlung hielt Senator Borah eine scharfe Rede gegen das Versagen der englischen Administration. Das deutsche Propalästinakomitee hat am 4. September eine prozionistische Erklärung erlassen, die vom Vorsitzenden Grafen Bernstorff gezeichnet war. Diskussion im Völkerhund. Mitte September tagte die politische Kommission des Völkerbundes. In der Sitzung vom 17. September wurde von Nansen im Berichte auf die Unruhen in Palästina hingewiesen. Er schlug eine Resolution vor, in der außer dem Bedauern und der Hoffnung, daß es England gelingen werde, in kürzester Zeit die Ordnung wieder herzustellen, auch ein Bekenntnis zum Mandatssystem enthalten ist. In der Debatte drückten Vertreter Norwegens, Italiens, Neuseelands, Großbritanniens, Persiens, Frankreichs, der Tschechoslowakei, der Schweiz, Spaniens, Ungarns und Belgiens das Vertrauen zu Großbritannien aus, Ruhe und Fireden aufrechtzuerhalten und die Bestimmungen des Mandats durchzuführen. Der Vertreter Persiens sagte als Vertreter eines islamischen Macht, daß er von der Möglichkeit eines vollkommen harmonischen Zusammenlebens beider Völker überzeugt sei, da ihre Interessen nicht entgegengesetzt sind. Der Vertreter Abessiniens bedauerte, daß die Christen Palästinas, insbesondere die Geistlichen, den Antagonismus verstärken, statt die Rolle der unparteiischen Schlichter zu übernehmen. Bei Annahme der Resolution gab die Vertreterin Englands, Mrs. Swanwick, wie schon erwähnt, eine Erklärung ab, in der gesagt wird, daß Großbritannien das ihm anvertraute Mandat als heilige Pflicht ansehe, ferner, daß der Zeitpunkt der Selbstverwaltung

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