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Palästina · 1929-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1929) · p. Seite 25

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1929)
Article
Das Malariaproblem in den jüdischen Siedlungen Palästinas
Date
1929-10-01
Page
Seite 25 (sequence 4)
Language
German
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wirtschaftliche Prosperität der ganzen Gruppe und des Aufhauwerkes beeinträchtigt. Trotz alledem wird der Malaria seitens der Bevölkerung zu wenig Bedeutung beigemessen, und auch in den verseuchten Gegenden verhält sich zumindest ein Großteil der Bevölkerung zum Malariaproblem recht gleichgültig und fatalistisch. — Zum Teil hängt dies damit zusammen, daß die Bevölkerung bisher nur wenig zum Kampfe gegen die Malaria erzogen wurde. Es war immer jemand da, der mit vielem Gelde ausgestattet, für die Malaria sorgte und nur wenig von den Kolonisten in Form von Geldzuschuß und Arbeit (Reinigung von Wadis von Zeit zu Zeit) verlangte. Die Bevölkerung war zufrieden, daß man ihr die alltägliche Sorge um die Gesundheitserhaltung abgenommen, richtiger, nicht aufgebürdet hat und, da die Malariafrequenz sank, hat man gerne auch an einen bindenden Zusammenhang zwischen der Abnahme der Malaria und der nicht belästigenden, ich würde sagen, der im Dorf und zu Hause nur selten sichtbaren Malariaarbeit geglaubt. So ist es erklärlich, daß jetzt die Bevölkerung weder finanziell genügend mitzuwirken geneigt ist noch auch auf sich die Durchführung jener das Alltagsleben belästigenden Maßnahmen nehmen will, die in einem subtropischen malariaverseuchten Lande unentbehrlich sind. Die Bevölkerung ist durch die hierzulande bei den Juden angewandte Methode, die die Sorgen der Gesundheitserhaltung von den Schultern jedes einzelnen auf die Schultern von einigen mit fremdem Gelde bezahlten Sanitätsgehilfen abwälzt, verwöhnt worden. Worin bestand bis jetzt der Kampf gegen die Malaria? Wir wollen nicht weiter von der Behandlung der akut und chronisch Kranken sprechen, die in den Händen der „Hadassah"6) und Kupat-Gholim (Krankenkasse) lag und liegt. Die Behandlung hat nicht nur therapeutische, sondern auch epidemiologische Bedeutung, indem sie Weiterinfektionen verhindert oder einschränkt. Wenn es auf diesem Gebiete auch bei den Juden Fehler gegeben hat, so waren sie keineswegs häufiger, sicher seltener und geringer als in irgendeinem anderen Lande. Denn es gibt kein Land, in dem die ländliche Bevölkerung so viele Ärzte hätte und sich so gerne behandeln ließe wie in Palästina. — Wir wollen hier lediglich von der rein prophylaktischen Tätigkeit sprechen, die in den jüdischen Siedlungen in den Händen der M. R. U. lag. Die M. R. U. verlegte ihre Tätigkeit in der Hauptsache ins Feld. Man muß da zweierlei unterscheiden: 1. Die definitive Entsumpfung und Assanierung des Bodens und 2. die provisorischen Regulierungsarbeiten an den Wadis usw. in der Umgebung der Ortschaften und die Destruktion der Anopheleslarven in diesen Wasserläufen. Das erste Gebiet wurde in Palästina sehr eifrig gepflegt. Der „Keren Kayemet", die „PICA", wie die Kehilat-Zion haben große und kostspielige Arbeiten 7) ausgeführt. Zum Teil sind diese Arbeiten technisch mustergültig; zum Teil hätten die Arbeiten besser und einfacher gemacht werden können. Zum Teile sind sie halbe Arbeit, die jetzt ergänzt wird und noch weiter ergänzt werden muß. Fehler müssen in Kauf genommen werden, da sie erst durch Erfahrung, die früher den maßgebenden Faktoren in Palästina fehlte, verhindert werden können. An diesen Assanierungsarbeiten war die M. R. U. geistig beteiligt. Sie war Berater der drei erwähnten Gesellschaften, sie übte dauernd Einfluß auf die Pläne und Absichten dieser Institutionen aus. Das ist ihr Verdienst. Die M. R. U. führte auch selbst Regulierungsarbeiten durch, aber in viel kleinerem Maßstabe. Sie hatte dabei wenig Glück. Ihre Werke sind mit vielen Fehlern behaftet und kurzlebig. Es lohnt nicht, darüber weiter zu sprechen, denn dies war de facto nur kleine Nebenarbeit. Das Hauptgebiet der 8) Hadassah — medizinische Organisation der amerikanischen zionistischen Frauen. 7) Einfache und komplizierte Quellfassungen, offene und gedeckte Bodendränage, Stauanlagen, Abzugsteiche, Eukalyptuspflanzungen usw.

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