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Palästina · 1929-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1929) · p. Seite 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1929)
Article
Die Säuglings-, Kleinkinder- und Schwangerschaftsfürsorge in Erez Israel
Date
1929-10-01
Page
Seite 21 (sequence 7)
Language
German
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offener oder geschlossener Fürsorge unterzubringenden Kinder dar. Das uneheliche Kind existiert hier in fürsorgerischer Hinsicht gar nicht. Trotzdem bleibt ein Teil von Kindern übrig, die, abgesehen von Waisen- und Krankenfürsorge, einer geschlossenen Fürsorge bedürfen. Diese Lücke in der Fürsorge suchte in Jerusalem die Histadruth Naschim Ivriot im Jahre 1924 auszufüllen. Nachdem sie einige Jahre verlassene Säulinge in privaten Pflegestellen untergebracht hatte, eröffnete sie ein Säuglingsheim, dessen ärztliche Versorgung von der H. M. 0. erfolgte, während in pflegerischer Hinsicht eine Hadassa* Schwester mit Hilfe von sechs Waisenmädchen des Orphan-Komitees sich dieser schweren Arbeit unterzog. Bis zum 1. Juli 1926 waren in diesem Heim 25 Kinder aufgenommen worden, von denen 11 Kleinkinder, 8 Säuglinge im Alter von einem halben Jahr bis zu einem Jahr, und 6 Säuglinge bis zu einem halben Jahre waren. Am 1. Juli 1926 begann eine Umorganisierung dieses Heimes. Die Betten wurden auf 25 erhöht, und die jugendlichen Helferinnen wurden durch Frauen aus den Kwuzot ersetzt. Es wurde ein regelrechter sechsmonatiger Pflegekurs eingerichtet, dem dann eine dreimonatige Ausbildung in der Krankenabteilung und Neugeborenenstation des Hadassa-Hospitals in Jerusalem folgten. Während dieser letzten Zeit wurden diese Frauen vier Wochen lang in einer der Säuglingsfürsorgestellen der H. M. 0. als Helferin gesandt. Vom Juli 1926 bis 33. Dezember 1927 waren 59 Kinder in dieser Anstalt aufgenommen worden, von den 41 unter einem halben Jahr, 13 Kinder über einem halben Jahr und 5 Kinder über einem Jahr waren. Die sozialen Bedingungen, derentwegen die Kinder aufgenommen wurden, entsprachen folgenden Gesichtspunkten: 4 Vollwaisen, 27 Halbwaisen, 14 Kinder kranker Mütter, 20 Kinder, deren Eltern nicht die Möglichkeit besaßen, genügend Erwerb zu finden, um die Kinder zu Hause zu verpflegen, 12 Kinder, deren Mütter gezwungen waren, zum Erhalt ihrer Kinder Außenarbeit zu leisten, und dies nur ohne die Kinder tun konnten, und schließlich 7 Findlinge. Neben diesem organisatorisch gut fundierten Säuglingsheim entwickelte sich im Jahre 1926 aus privater Initiative heraus ein Tagesheim für die Kinder arbeitender Mütter in Jerusalem, das sich allmählich zu einem zweiten Säuglingsheim im Laufe der Jahre entwickelte. In den beiden anderen Städten, in Tel-Aviv und Haifa, wurden immer wieder von neuem die Anfänge einer halboffenen Fürsorge in Form von Tageskrippen und von Säuglingsheimen gemacht, doch gewinnt diese Form der Fürsorge erst in der letzten Zeit das Bild systematischen Aufbaues. Die Stadtverwaltung Tel-Aviv ist die erste kommunale Behörde, die die Fürsorge in ihr Arbeitsgebiet miteinschließen will. Das Tagesheim für Kinder arbeitender Mütter, das in einem von der Stadt erbauten Säuglingsheim untergebracht ist, stellt zwar erst den Anfang einer kommunalen Fürsorge dar. Die Erhaltung dieses Heimes geschieht aber noch nicht auf Kosten der Allgemeinheit. In Haifa ist das System der geschlossenen Fürsorge noch völlig unentwickelt. In einem von der Bne-Berith-Loge erbauten Heime werden mit Unterstützung der Histraduth Naschim und einem lokalen Komitee eine kleine Zahl von Kindern im Sinne einer Sammelwaisenpflege versorgt. Die geplante Zusammenfassung aller Organisationen, die sich mit der halboffenen und geschlossenen Fürsorge beschäftigen, zu einer einheitlichen, planmäßigen Fürsorgeinstitution läßt hoffen, daß auch dieser Zweig fürsorgerischer Tätigkeit allmählich sich entwickeln wird. Im engsten Zusammenhang mit der Säuglings-, Kleinkinder- und Schwangerschaftsfürsorge entwickelte sich hauptsächlich in Jerusalem eine Art der fürsorgerischen Tätigkeit, nämlich die offene Gesundheitsfürsorge in Form der Kinderpoliklinik. Das

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