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Palästina · 1929-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1929) · p. Seite 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1929)
Article
Die Säuglings-, Kleinkinder- und Schwangerschaftsfürsorge in Erez Israel
Date
1929-10-01
Page
Seite 20 (sequence 6)
Language
German
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samer ärztlicher Fürsorgetätigkeit und schaffte damit dem Krankenkassenarzt die Möglichkeit, die Kinder seiner Genossenschaft auch in gesunden Tagen kennenzulernen. In den Kwuzot verwirklichte die Bevölkerung mit Hilfe der Arbeiterorganisation das Prinzip des Gemeinschaftsaufzuges und des Gemeinschaftskinderschutzes. In den Kinderhäusern der Kwuzot und Moschawot zogen allmählich fürsorgerisch ausgebildete Frauen ein, die während neun Monaten unter der ärztlichen Leitung der H. M. 0. in dem Säuglingsheim der Histadruth Naschim Ivriot in Jerusalem ausgebildet worden waren. Welch Riesenerfolge die Kwuzzot mit dieser neuen Art der halbgeschlossenen Pflege erzielten, ergibt sich aus dem Vergleich der Geburtenzahlen und der Sterblichkeitsziffern des Ortes Beisan und des Distriktes Beisan. Der Distrikt Beisan umfaßt zum größten Teil nur die jüdische Landbevölkerung der Kwuzot des Emek, während im Orte Beisan nur rein arabische Landbevölkerung wohnt. Beisan Distrikt Beisan Geburtenzahl Säuglingssterblichkeit Geburtenzahl Säuglingssterblichkeit pro 1000 Geburten pro 1000 Geburten 1924 116 215-51 233 — 1925 135 200*00 359 91 92 1926 153 28758 428 79*43 1927 130 230*76 523 135*75 (Die Gesamtbevölkerung in Beisan betrug im Jahre 1924 2036 und im Distrikte Beisan zu gleicher Zeit 5600 Seelen.) Die offene Fürsorge entwickelte sich im Laufe der letzten drei Jahre sowohl zahlenmäßig als auch in bezug auf die Durchdringung der gesamten jüdischen Bevölkerung in so stark steigender Kurve, daß wir heute schon von einer Umfassung der gesamten jüdischen Bevölkerung sprechen können. Viel mehr Schwierigkeiten macht heute im Lande die Versorgung jenes Teiles der Kinder, die öffentlich hilfsbedürftig sind. Während es in früheren Jahren, als die Missions- und Wohltätigkeitsfürsorge im Lande herrschte, ein leichtes war, Geld und Mittel aufzubringen, um hilfsbedürftige Kinder in einer Pflegestelle oder in einem Waisenhaus unterzubringen, sind heute durch die recherierende Fürsorge diese Koststellen vollkommen verschwunden. Die Waisenpflege, die hier weniger als in anderen Ländern den Händen der Wohltätigkeitspflege entrissen werden kann, beginnt in kleinem Maße modernere Formen anzunehmen. Kinderdörfer und Waisensiedlungen sind ein kleiner Hoffnungsstrahl in der Rückständigkeit der Waisenpflege hier im Lande. Die Säuglingsfürsorge der H. M. 0., der W. I. Z. 0. und die Kinderhäuser der Kwuzot haben nur zum geringsten Teil die Möglichkeit, die Kinder, die öffentlich hilfsbedürftig sind, einer geschlossenen oder halboffenen Fürsorge zu überweisen. Nur für das kranke Kind besteht eine unzureichende Möglichkeit, es in geschlossener Fürsorge unterzubringen, und zwar in den Kinderabteilungen der Krankenhäuser der H. M. O. in Jerusalem, Tel-Aviv und Haifa sowie im Krankenhause der Arbeiterkrankenkasse in Aincharod. Die übrigen Krankenhäuser, die keinen spezialistisch ausgebildeten Kinderarzt beschäftigen, nehmen nur selten fürsorgebedürftige, kranke Kinder in ihre Obhut. Neben der Fürsorge und der Versorgung kranker Kinder macht die Versorgung gesunder, fürsorgebedürftiger Kinder noch ungeheure Schwierigkeiten. In Europa umfaßt das große Kontingent der unehelichen Kinder die Hauptzahl der hilfsbedürftigen Kinder, sie stellen das Hauptmaterial der geschlossenen oder halboffenen Fürsorge dar. Ganz anders setzt sich hier im Lande die Zahl der in halb-

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