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Palästina · 1929-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1929) · p. Seite 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1929)
Article
Die Säuglings-, Kleinkinder- und Schwangerschaftsfürsorge in Erez Israel
Date
1929-10-01
Page
Seite 19 (sequence 5)
Language
German
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1925 wurde die achte Station in Jerusalem, die neunte und zehnte in Haifa, die elfte in Ain Ganin eröffnet. Diesen folgte 1926 die zwölfte Station in Jerusalem, die dreizehnte in Rechohoth und die vierzehnte und fünfzehnte in Tel-Aviv; gleichzeitig eröffnete die W. I. Z. 0. eine dritte Station daselbst. 1927 reihten sich noch die sechzehnte und siebzehnte Station in Haifa an. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die jeweils vorhandenen Fürsorgestationen der Infant-Weifare-Work, über die Zahl der in den Stationen versorgten Säuglinge und Kleinkinder, die Todesfälle unter den eingeschriebenen Kindern, der Fürsorgestationen und den Prozentsatz der Todesfälle unter den Kindern, die in den Stationen eingetragen sind: . 1922 1923 1924 1925 1926 1927 Zahl der Säuglingsstationen . 2 3 7 11 13 17 38 52 73 126 152 192 . 486 955 1764 2767 3723 5235 Prozentsatz der Todesfälle . 7.8 5.3 4.3 4 4 3.7 1 2 7 12 16 23 Die Mutterberatungsstellen der H. M. 0., das heißt die Säuglings- und Schwangerschaftsfürsorgestationen, sind im ganzen fast völlig gleichmäßig eingerichtet. (Jede Station hat zwei bis drei Zimmer, und zwar ein Wartezimmer, ein Wiegezimmer und ein Sprechzimmer. Das erforderliche Mobiliar ist einfach und völlig gleichmäßig. Die ärztliche Mitwirkung wird durch spezialistisch vorgebildete Volontärärzte ausgeführt, denen eine Oberschwester und ein bis zwei Hilfsschwestern zur Seite stehen. Die Mutterberatungsstellen sind Sprechstunden, in denen sich Mütter von Kindern bis zum vierten Jahr Rat über Pflege und Ernährung ihrer Kinder holen können.) Wird ein Kind krank gefunden und bedarf es ärztlicher Behandlung, so scheidet dieses Kind zeitweilig aus und wird erst nach seiner Genesung wieder zugelassen. (Das Kind wird jeweils nicht nur gewogen und die Nahrung überprüft und überwacht, sondern es wird auch ermittelt, ob die Mutter gesund ist, ob hinreichend viel Milch vorhanden ist, und es wird angegeben, wie oft und wie lange das Kind an der Brust anzulegen ist. Während in anderen Ländern Stillprämien gezahlt werden müssen, um die Mütter zum Stillen heranzuziehen, muß man hier Aberglauben und jahrhundertealte Pflegeschäden überwinden und den Stilldrang nach einer gewissen Zeit hemmen.) Die Überwachung der Kinder, die mit der Fähigkeit der Schwestern steht und fällt, ist nicht in der Fürsorgestation erschöpft, sondern die genauen Kenntnisse der häuslichen Verhältnisse machen erst die Schwester zur wirklichen Beraterin und Freundin von Mutter und Kind. (Die Schwangerschaftsfürsorge, die in engem Zusammenhang mit den Mutterberatungsstellen steht, gewährt jeder Mutter vom vierten Schwangerschaftsmonat an ärztlichen Rat und Hilfe bis zur Beendung des Wochenbettes.) Im Laufe der letzten Jahre entwickelte sich die Säuglings- und Schwangerschaftsfürsorge der H. M. 0. zu einer Arbeitsgemeinschaft mit der Tuberkulosefürsorge, der Schulfürsorge und der Augenprophylaxe. Die Zusammenarbeit der Fürsorgeschwestern untereinander und auch die engen Beziehungen der Fürsorgestationen mit der halboffenen und geschlossenen Fürsorge erleichtert mancher Mutter die Sorge um die Kinder und erhält den Geburtenüberschuß auf einer Höhe, die heute in Europa nicht erreicht wird. Neben diesen Fürsorgebestrebungen, die in ihrem Aufbau hauptsächlich das Prinzip der aufklärenden und recherchierenden Fürsorge vertraten, entwickelte sich unter den Mitgliedern der Arbeiterkrankenkasse eine Fürsorgeart, die planmäßig den Typ der halbgeschlossenen Säuglings- und Kleinkinderfürsorge darstellte. Dort, wo die H. M. 0. ihre Fürsorgestellen hatte, verband sich die Arbeiterkrankenkasse mit ihr zu gemein-

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