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Palästina · 1929-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1929) · p. Seite 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1929)
Article
Die Säuglings-, Kleinkinder- und Schwangerschaftsfürsorge in Erez Israel
Date
1929-10-01
Page
Seite 17 (sequence 3)
Language
German
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hier im Lande, die hauptsächlich von religiösen Gemeinschaften ausgeübt wurde, so groß, daß auch ein großer Teil der Kinder davon mit erfaßt wurde. Ein großer Teil der Kinder fand dauernde Unterstützung, ohne aber im Sinne einer modernen Fürsorge dadurch ergriffen zu werden. Verwaisung der Kinder und unproduktive Tätigkeit des Vaters kamen als Ursachen für die Unterstützung dieser Kinder in Frage, außerdem nicht selten das Verlassen der Familie seitens des Ernährers, dagegen fast nie Illegitimität der Kinder, Trunksucht des Vaters oder Strafverbüßung der Eltern. Mit der Seßhaftmachung der jungen jüdischen Bevölkerung und der Eheschließung der zugewanderten Arbeitskräfte drängte sich das Bedürfnis nach einer Fürsorge hervor, die kein Feld für Unterstützung bot, aber nach Aufklärung und hygienischer Fürsoroe trachtete. Der Bevölkerungszuwachs ergab sich außer durch die Einwanderung auch aus der Größe der Geburtenziffern, die hier im Lande erreicht werden. Der Geburtenüberschuß, der in den ersten Jahren der Fürsorge bestehen blieb, stand im krassen Gegensatz zu den hohen Geburtenziffern. Wie sehr die Gesamtzahlen einen Hinweis bedeuten für die Notwendigkeit einer geordneten fürsorgerischen Tätigkeit, ersehen wir aus der Gegenüberstellung der Geburtenzahlen und der Säuglingssterblichkeit im Lande in den letzten sechs Jahren. Geburten Todesfälle im ersten Jahr Allgemein Juden Allgemein Juden 1922 27.516 2349 4308 — 1923 31.402 3276 5802 412 1924 34.955 3623 6461 383 1925 35.479 4000 — 525 1926 40.722 5299 6642 573 1927 39.193 5182 7857 598 Diese Geburtenzahlen entsprechen in den letzten vier Jahren pro Tausend der Bevölkerung: Allgemein Juden 1924 51-31 383 1925 4931 322 1926 5347 360 1927 50-35 351 Die Säuglingssterblichkeit bewegte sich dagegen pro tausend Geburten in folgenden Zahlen: Allgemein Juden 1924 1848 105*7 1925 1881 1313 1926 1631 1081 1927 2005 1153 Vor der Einwanderung der europäischen Juden bestand kein großer Unterschied in der allgemeinen und der jüdischen Säuglingssterblichkeitsstatistik; denn die alte jüdische Bevölkerung unterschied sich in ihren Lebensbedingungen und Lebensgewohnheiten nur wenig von der sie umgebenden arabischen Bevölkerung. Die aus Europa zugewanderte Bevölkerung stand auf einem wesentlich höherem zivilisatorischen Standpunkt, sie brachte zum großen Teil den Drang nach einem geordneten Kinderschutz mit sich. Während die arabische Bevölkerung nur in ganz kleiner Zahl von der Mandatarmacht zu einer prophylaktischen Fürsorge zu erziehen ist, schreiten die Juden

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