Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1929)
- Article
- Die Säuglings-, Kleinkinder- und Schwangerschaftsfürsorge in Erez Israel
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 16 (sequence 2)
- Language
- German
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Fürsorge im Sinne der aufklärenden Fürsorge und es blieb nur ein Feld für die Sanierung der Bevölkerung des Landes. "Während der Kriegsjahre verschob sich das System der Sanierung des Landes, wie es durch ein Zusammenwirken aller in Jerusalem vertretenen Nationen und Konfessionen gedacht war. Es blieb vom Jahre 1917 an für die jüdische Bevölkerung Palästinas nur eine unzureichende Krankenfürsorge bestehen. Als im Jahre 1918 die Hadassa-Frauenorganisation ihre medizinische Arbeit in Palästina wieder begann, befand sich die Kinderfürsorge in den zerfahrensten und primitivsten Formen. Das Land war in ökonomischer Beziehung völlig zerrüttet, der türkische Halbmond mit seiner Sorglosigkeit in bezug auf das Wohl seiner Bevölkerung war zwar verschwunden, aber an seine Stelle war in der Übergangszeit keine sozial* fürsorgerisch eingestellte Organisation getreten. Die zionistische Organisation bekam auf Grund der Balfour-Deklaration einen Aufgabenkreis, der so viel dringendere Fragen umfaßte, daß für die Fragen der Kinderfürsorge noch kein Platz war. Die Dezimierung der jüdischen Bevölkerung während des Krieges und die Einwanderung meist unverheirateter Menschen nach dem Kriege verschob in den Jahren 1919 bis 1922 den Anteil der Säuglinge und der Kleinkinder innerhalb der jüdischen Bevölkerung des Landes. Im Jahre 1914 betrug die Zahl der jüdischen Bevölkerung des Landes 84.000 Seelen und war im Jahre 1919 auf 57.900 Seelen gesunken. Die jüdische Bevölkerung des Landes setzte sich zu dieser Zeit dermaßen zusammen, daß zirka 20.000 alteingesessene orientalische Juden waren und der Rest bestand aus einer Bevölkerung, die vor zwei bis drei Generationen aus Europa zugewandert war. Dieser alteingesessene Teil der Bevölkerung hatte nur Sinn für "Wohltätigkeitsinstitutionen, aber für aufklärende Fürsorgebestrenungen hatte er weder Herz noch Sinn. Der zivilisatorische Tiefstand der orientalischen Bevölkerung und das subtropische Klima mit seiner Folge einer unerhört großen Säuglingssterblichkeit schrien nach einer aufklärenden Kinderfürsorge. Mit der Öffnung der Grenzen des Landes strömten große Mengen junger europäischer Juden herbei. Die Einwanderung geschah sowohl vom gut kontrollierbaren Einfallstor im Westen als auch vom schwer übersehbaren asiatischen Osten her. Der westliche Zugang von Ägypten oder dem Meere her brachte die europäischen oder amerikanische Zuwanderer, während die Ostgrenze meist nur von Juden einer niedrigen Zivilisationsstufe überschritten wurde, deren Frauen völlige Analphabeten waren. Diese Juden kamen aus dem Innern Asiens, aus Afghanistan, Persien, Turkestan, Tibet, Mesopotamien, Babylon, Bagdad und dem Jemen herbei. Die Einwanderung ins Land und die stets auch vorhandene Auswanderung bewegte sich in folgenden Zahlen: Jahr Jüdische Bevölkerung zu Beginn des Jahres Zuwachs % Einwanderung Jüdische Auswanderung Jüdische Einwanderungsüberschuß Geburten- Uberschuß 1914 — 84.600 — — — — 1920 17 57.900 10.000 1300 8.700 1100 1921 15 67.700 9.900 1200 8.700 1200 1922 10 77.600 7.844 1503 6.341 1371 1923 7 85.312 7.421 3456 3.955 1966 1924 13 91.233 12.856 2037 10.819 2427 1925 32 104.479 33.801 2151 31.650 2183 1926 7 138.312 13.081 7356 5.716 3503 1927 0.6 147.529 2.713 5071 — 2.356 3195 Aus diesem Bevölkerungszuwachs ergab sich allmählich die natürliche Notwendigkeit des Kinderschutzes. Im Gegensatz zu anderen Ländern war die Armenfürsorge