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Palästina · 1929-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1929) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1929)
Article
Bevölkerungsstatistik in Palästina
Date
1929-10-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Der Grund dieser Erscheinung liegt in der sozialen und wirtschaftlichen Zusammensetzung der Judenschaft dieser Länder. Die meisten von ihnen, besonders in Westeuropa, gehören jener sozialen Schicht an, wo das „Zweikindersystem** (als Maximum) bereits tief eingewurzelt ist. In Palästina spielen zweifellos einige psychologische Faktoren mit, die den alten Instinkt des jüdischen Volkes verstärken, der anscheinend allen semitischen Rassen gemeinsam ist, jenen des „pru u'rwu" (Seid fruchtbar und mehret Euch), das durch die jüdische Religion geheiligt wurde. Aber es wäre ein Irrtum, darin den Hauptgrund für eine so hohe Geburtenrate zu finden, die zwei- bis dreimal höher ist als jene bei den Juden anderer Länder. Die zwei Hauptgründe für diese Erscheinung sind erstens die hohe Zahl der Geburten sowohl bei dem „alten** Teil der jüdischen Bevölkerung, als auch bei den orientalischen Juden, die noch immer einen großen Teil der jüdischen Bevölkerung in Palästina bilden, und zweitens die relativ große Zahl von Leuten im heiratsfähigen Alter, als eine Folge der Einwanderung. Diese letztere Konstatierung ist von größerer Wichtigkeit als die beiden vorhergehenden. Unter diesen Umständen gibt es keine zureichende Vergleichsbasis für die Geburtenraten der Juden in Palästina und anderen Gemeinschaften, die einen normalen Altersaufbau aufweisen. Zum Zwecke des Vergleiches würde es nötig sein, die Geburtenrate für 1000 verheiratete Frauen im gebärfähigen Alter (15 bis 45) herauszufinden, doch ist dies unmöglich, weil keine Daten erhältlich sind, weder in bezug auf die Zahl der Ehen noch über den Altersaufbau der verschiedenen Gemeinschaften. So äußert sich der Einfluß der Einwanderung nicht allein in der numerischen Zunahme als auch in einer wachsenden Geburtenhäufigkeit als Folge davon, daß die Mehrzahl der Einwanderer junge Leute sind. 4. Sterblichkeit. Die folgende Tabelle zeigt die Ziffern der Sterblichkeit in Palästina während der Jahre 1923 bis 1927. Tabelle X Todesfälle in Palästina 1923 bis 1927. Jahr Insgesamt Rate pro mille der Bevölkerung 1923 16.994 25.7 1924 17.672 25.0 1925 19.611 27.2 1926 18.620 24.4 1927 21.806 28.0 Auch hier entstammen die Schwankungen wahrscheinlich nicht tatsächlichen Änderungen in der Sterblichkeitsziffer, sondern hauptsächlich der ungenauen Registrierung. Die Ziffern der letzten drei Jahre sind aber wahrscheinlich genauer, als jene der vorhergehenden. Die Sterberate in Palästina ist viel höher, als selbst in Ländern, welche darin rückständig sind; sie ist zwei- bis dreimal so hoch als in zivilisierten Ländern, wie nachfolgende Tabelle zeigt.

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