Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1929)
- Article
- Bevölkerungsstatistik in Palästina
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2379786-2379874-2379881-2390050--09643-2390184- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Tabelle XI Sterberate (pro mille der Bevölkerung) in Palästina und anderen Ländern. Land Jabr Sterberate pro mille Palästina....... 1927 28.0 Ägypten........ 1926 26.2 Rußland....... . 1925 24.4 Rumänien....... 1925 21.0 Bulgarien....... 1925 19.2 Japan......... 1926 19.2 Frankreich....... 1927 16.6 England und Wales .... 1927 12.3 Deutschland ...... 1927 12.0 Holland........ 1927 10.3 Neuseeland....... 1927 8.1 Der Unterschied zwischen den einzelnen Religionsgemeinschaften ist in bezug auf die Sterberate noch krasser als bei jener der Geburten. Siehe die folgende Tabelle. T a b e 11 e XII Sterblichkeit in Palästina (1925 bis 1927) nach Religionen. Moslim Christen Juden Jahr Todesfälle Sterberate Todesfälle Sterberate Todesfälle Sterberate pro mille pro mille pro mille 1925 16.119 31.2 1.406 18.8 1.817 15.0 1926 15.187 28.6 1.355 17.9 1.782 12.1 1927 18.031 33.0 1.545 20.1 1.987 13.4 Von jeden 1000 Seelen starben im Jahre 1927 bei den Mohammedanern 33, bei den Christen 20.1, bei den Juden 13.4. Es war daher die Sterberate bei den Moslim zweieinhalbmal so hoch als bei den Juden. In keinem Lande, wo Todesfallstatistiken geführt werden, ist die Rate so hoch. Es ist richtig, daß die hohe Geburtenrate bei den Moslim auch eine hohe Sterbeziffer mit sich bringt, aber doch nicht in einem solchen Ausmaß. Während die Geburtenrate der Moslim die der Juden um 60% übersteigt, ist das entsprechende Verhältnis bei der Sterberate 150%. "Wenn die Sterberate aller Gemeinschaften in Palästina auf das Niveau der jüdischen fallen sollte, so würde die Zahl der Todesfälle des Landes um 11.000 pro Jahr abnehmen. Die angeführten Unterschiede können nicht dadurch erklärt werden, daß die jüdische Bevölkerung einen großen Teil junger Elemente enthält. Dies ist in der Tat geeignet, die Sterberate einer Gemeinschaft zu beeinflussen, jedoch ist es eine Tatsache, daß die jüdische Sterberate, trotz der Mangelhaftigkeit der hygienischen Bedingungen, die im Lande herrschen, trotz der endemischen Krankheiten, denen der Neuankömmling mehr ausgesetzt ist als der Eingeborene, und trotz der im Vergleich mit Europa hohen Geburtsrate nur um geringes höher ist als in höchst zivilisierten Ländern, wie England, Deutschland oder in Warschau (11.6), und sogar niedriger als in Preußen. Eine interessante Entwicklung ist in den letzten Jahren bei den Juden Westeuropas (Deutschland und einige andere Länder) zu beobachten, wo die Geburtenrate fortwährend fällt: diese Abnahme verursacht nach Ablauf einer gewissen Zeitperiode ein Ansteigen der Todesrate, als Resultat der relativ stärker werdenden Besetzung der höheren Altersklassen.