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Palästina · 1929-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1929) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1929)
Article
Bevölkerungsstatistik in Palästina
Date
1929-10-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Der beängstigende Geburtenrückgang im zweiten Viertel des 20. Jahrhunderts, welcher für alle zivilisierten Länder*) charakteristisch geworden ist, hat noch keinen Eingang in Palästina gefunden, obgleich die Idee der Geburtenkontrolle bereits von dem aufgeklärten Teil der Bevölkerung aufgenommen worden ist. In der folgenden Tabelle geben wir die Geburtenstatistik Palästinas nach Religionsgemeinschaften. Tabelle IX Geburten in Palästina 1925 bis 1927 nach Religionsgemeinschaften Moslim Christen Juden Jahr Geburten pro mille Geburten pro mille Geburten pro mille 1925 28.211 55.5 2.777 37.2 4.000 33.2 1926 31.949 60.2 3.025 40.0 5.299 36.0 1927 30.586 56.1 2.991 38.9 5.182 35.1 Diese Ziffern zeigen, daß die Geburtenrate der Moslim höher ist, als jene der Christen und Juden. In Wirklichkeit ist sicher der Unterschied noch größer, da bei den letzteren, insbesondere bei den Juden, die Registrierung viel exakter ist als bei den Moslim, weil fast immer ein Arzt oder eine Hebamme Hilfe leistet. 1926 wurden bei den Moslim 60 pro mille Kinder geboren. Eine solche hohe Geburtenrate konnte bloß vor dem Kriege in einzelnen Distrikten Rußlands gefunden werden. Gegenwärtig gibt es kein Land, in dem Bevölkerungsstatistik getrieben wird, das eine gleich hohe Geburtenrate aufwiese. Selbst in Rußland und im mohammedanischen Ägypten ist sie nahezu um ein Drittel kleiner. Die jüdische Geburtenrate ist an sich hoch genug. Sie ist zweimal so hoch als jene in Westeuropa und dreimal so hoch als die der dort wohnenden Juden. Die jüdische Bevölkerungsstatistik verschiedener Länder zeigt, daß die jüdische Geburtenrate viel niedriger ist als die der nichtjüdischen Landesgenossen. Die oben erwähnte allgemeine Abnahme der Geburtenhäufigkeit ist bei den Juden viel stärker als bei den Nichtjuden, und in einer Anzahl von europäischen Ländern sind wir Zeugen einer natürlichen Abstatt Zunahme der jüdischen Bevölkerung. In Preußen war die Geburts- und Sterberate pro mille im Jahre 1925 die folgende: Juden Nichtjuden Geburten .......11.6 21.0 Todesfälle.......13.7 11.8 Natürliche Zunahme ... — 2.1 + 9.2 Also steht eine Jahreszunahme der Nichtjuden von 9.2 pro mille eine Abnahme der jüdischen Bevölkerung von 2.1 pro mille gegenüber. Im Zentrum des osteuropäischen Judentums, in Warschau, war die Geburtenrate 1926 pro mille für Juden........16.0 Nichtjuden......23.7 *) In Deutschland z. B. gab es in den letzten 25 Jahren einen Rückgang der Geburten von 2,025.000 (1902) auf 1,160.000 (1927), indes die Gesamtbevölkerung 1927 um 6,000.000 höher war als 1902. Die Zahl der Geburten in Berlin mit seiner Viermillionenbevölkerung war 1927 ungefähr dieselbe wie in Palästina mit weniger als 800.000 Einwohnern.

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