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Palästina · 1929-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1929) · p. Seite 83

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1929)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. Arje Tartakower, Lodz.
Date
1929-07-01
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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zentrale Problem im Leben der jüdischen Koloniearbeiterschaft. Mit der Ausbreitung des jüdischen Kolonisationswerkes in den letzten Jahren, das viel mehr als in der früheren Periode auf dem Prinzip von jüdischer Arbeit basiert, hat der Kampf um jüdische Arbeit viel von seiner Schärfe eingebüßt. Lediglich in den alten Kolonien, wo arabische Lohnarbeit bereits traditionell geworden ist, hat der jüdische Arbeiter noch schwer gegen die arabische Konkurrenz anzukämpfen, in den neuen Kolonien ist es ihm gelungen, das Feld von vornherein zu erobern und es im großen und ganzen bis zum heutigen Tage zu behaupten. Dagegen ist letztens ein anderes Problem aufgetaucht, das das Interesse der Arbeiterschaft immer mehr um sich konzentriert, und zwar das Problem der Seßhaftmachung der Koloniearbeiterschaft. Im Gegensatz zu den jüdischen Koloniearbeitern in den früheren Jahren, die in ihrer A.rbeit bloß eine Übergangsperiode zu dem einzig und allein erstrebten Ziel, der Arbeit in den freien Siedlungen, sahen, denkt die Mehrzahl der Koloniearbeiter heute keinesfalls an ein Verlassen der Kolonien, zum Teil auch wohl deswegen, weil die Möglichkeiten der Ansiedlung infolge der großen Zahl von Anwärtern erheblich geringer geworden sind. Daher streben auch die heutigen Koloniearbeiter viel mehr als ihre Vorgänger zur Hebung des eigenen Lebensniveaus einerseits durch Erkämpfung von besseren Arbeits- und Lohnbedingungen und anderseits durch Schaffung von Hilfswirtschaften in den Kolonien selbst oder in deren nächsten Umgebung. Der Drang zur Errichtung von Hilfswirtschaften hat in der letzten Zeit ganz bedeutende Dimensionen angenommen und es ist den Arbeitern sogar gelungen, ziemlich bedeutende eigene Mitteln (über 10.000 £) hierfür aufzubringen. Freilich scheitert die Sache vorläufig am Mangel einer entsprechenden Bodenreserve in den Kolonien und es wird eine der Hauptaufgaben des Keren Kajemeth sein, diesem Mangel in der nächsten Zukunft abzuhelfen und dem hochbedeutsamen Verwurzelungsprozeß der jüdischen Arbeiterschaft in den Kolonien den Weg zu bahnen. Doch sind mit dieser Neuregelung der Dinge in den Kolonien auch manche Schattenseiten verbunden. Das Streben zur Hebung der Verdienste und des Lebensniveaus hat manche unliebsame Erscheinungen von Konkurrenz zwischen den einzelnen Gruppen hervorgerufen, um so mehr, als verschiedentlich Versuche gemacht werden, neben den Arbeitsämtern der Histadruth andere mit ihnen konkurrierende (so zum Beispiel das Arbeitsamt des „Waad Chaklai" in Petach Tikvah oder das Arbeitsamt der Revisionisten) ins Leben zu rufen, die naturgemäß ziemlich viel Verwirrung stiften. Es muß dabei auch berücksichtigt werden, daß der Kontakt zwischen den obersten Behörden der Histadruth und den in den Dörfern zerstreuten Arbeitern naturgemäß viel loser sein muß als jener mit den Massen der städtischen Arbeiterschaft, welchen die Tätigkeit der Histadruth auch mehr zugute kommt. In dieser Hinsicht hat sich das Problem der Koloniearbeiterschaft in der letzten Zeit sicherlich zugespitzt, insbesondere wenn man die eminent nationale Bedeutung ihrer Tätigkeit in Betracht zieht. Die Sitzung des Rates der landwirtschaftlichen Arbeiterorganisation, die vom 5. bis 7. Mai d. J. unter Zuziehung von Vertretern der Arbeiterschaft in den einzelnen Kolonien tagte, war ganz diesem Problem der Koloniearbeiterschaft gewidmet und hat vieles zu dessen Klärung beigetragen. Es wurde das Bedürfnis einer strafferen organisatorischen Zusammenfassung der Koloniearbeiterschaft betont und auch das erste Zentralkomitee derselben gewählt, das für das fernere Schicksal dieser Arbeiterschaft verantwortlich sein soll. Es wurde der weitere Kampf für bessere Arbeitsbedingungen und für die Gleichberechtigung der Arbeiterschaft in den Munizipalverwaltungen der Kolonien proklamiert. Es wurde auch ein Plan der Ansiedlungstätigkeit sowohl im

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