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Palästina · 1929-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1929) · p. Seite 82

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1929)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. Arje Tartakower, Lodz.
Date
1929-07-01
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
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einsetzende Alijah hinzu, die, wie es scheint, eine ziemlich bedeutende Vergrößerung der Arbeiterzahl im Lande mit sich bringen wird und daher auch einen weitgehenden Zusammenschluß der Kräfte zur Bewältigung der großen Absorptionsaufgaben in der allernächsten Zeit erfordert. Das Vereinigungsabkommen, das von den bedeutendsten Führern der beiden Parteien gezeichnet ist, stellt in seinem programmatischen Teil eine Zusammenfassung der Ideologie der jüdischen Arbeiterbewegung in Palästina dar, wie sie sich im Lauf ihrer nunmehr fünfundzwanzigjährigen Geschichte herausgebildet hat. Es präzisiert von neuem das Endziel dieser Bewegung, die Schaffung einer freien jüdischen Arbeitsgesellschaft in Palästina, und stellt die Verbundenheit der jüdischen Arbeiterschaft mit dem Zionismus und der organisierten jüdischen Gesellschaft im Lande, wie auch mit der internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung fest. Es enthält dann eine Aufzählung der Aufgaben der neuen Partei, die ein Vorkämpfer der zionistischsozialistischen Erziehungs- und Organisierungsarbeit im Lande und auch außerhalb des Landes werden soll. — Von den organisatorischen Bestimmungen des Abkommens sind besonders hervorzuheben diejenigen, die die Weiterexistenz der Zeitschrift „Hapoel Hazair" betreffen, des bedeutenden Organs der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina, das an und für sich ein Stück der Geschichte der Bewegung ausmacht, anderseits auch die Bestimmungen über die Vereinigung der Weltverbände, denen die beiden Parteien angehören (Hitachduth, bezw. Poale-Zion), die nunmehr angestrebt werden soll. Es wäre wohl verfrüht, über die erwarteten Ergebnisse der Vereinigung der Parteien, die einen starken Widerhall in der ganzen zionistischen Welt gefunden hat, gegenwärtig längere Untersuchungen anzustellen. Doch unterliegt es gar keinem Zweifel, daß diese Vereinigung als eines ihrer unmittelbarsten Resultate ein bedeutendes Anschwellen der Mitgliederzahl der neuen Partei mit sich bringen wird. Die Tatsache, daß ein bedeutender Teil der jüdischen Arbeiterschaft im Lande trotz des hohen Grades von Intelligenz und trotz des überaus bedeutenden Interesses für die gesellschaftlichen Fragen der politischen Partei bisher ferngestanden ist, ist sicherlich in der Hauptsache der von sehr vielen als unnormal empfundenen Tatsache des Nebeneinanderbestehens von zwei sehr wesensnahen und doch sich oft bekämpfenden Parteien zuzuschreiben. Mit dem Wegfall dieser Erscheinung wird also sicher ein Zustrom von bisher unparteiischen Arbeitern in die neue Partei einsetzen, der ihre Kräfte beträchtlich stärken und den eventuellen Ausfall von kleinen Dissidentengruppen wohl weit mehr als ersetzen wird. Die neue Partei wird also sicherlich einen Machtfaktor ersten Ranges im gesellschaftlichen Leben des Landes ausmachen, dessen Einfluß weit über die Grenzen des spezifischen jüdischen Arbeiterlebens und wohl auch weit über die Grenzen des Landes hinaus zu spüren sein wird. 2. Zum Problem der jüdischen Lohnarbeit in den Kolonien. Das gewaltige Interesse für die Frage der Vereinigung der Parteien, die in den letzten Wochen in ihr letztes entscheidendes Stadium getreten ist, hat eine andere Erscheinung im Leben der palästinensischen Arbeiterschaft in den Hintergrund treten lassen, die doch interessant und wichtig genug ist, um an dieser Stelle besonders hervorgehoben zu werden: Die Organisierungs- und Kolonisationsbestrebungen der jüdischen Lohnarbeiter in den Kolonien. In der Lage dieser Arbeiterschaft, die seit den Anfängen der jüdischen Arbeiterbewegung im Lande und bis zum heutigen Tage ein Schmerzenskind der Bewegung geblieben ist, sind letztens bedeutende Änderungen eingetreten, die den Schwerpunkt des Problems auf ein anderes Gebiet zu verschieben scheinen. Die „Eroberung der Arbeit" in den Kolonien ist heute nicht mehr das

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