Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Das Problem der Beregnung zum Schutz vor Dürre
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
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größere Flächen beregnen. Gewöhnlich wird in der Regel mit zwei Strängen gearbeitet. Während der eine regnet, wird der andere inzwischen umgelegt und wenn dieser zu regnen beginnt, wird mit dem Umlegen des ersten begonnen. Das Wasser der Leitung muß unter stärkerem Druck sich befinden, so daß noch in den Endpunkten der Leitung ein Überdruck von 2 bis 3 Atmosphären vorhanden ist, da nur auf diese Weise eine Beregnung der ganzen Fläche möglich ist. Je nach der Leistung der Sprengdüsen variiert diese Zahl zwischen 1*5 bis 4*5. Die fliegende Leitung ist im Vergleiche mit der ortsfesten ziemlich billig und kommt im Preise auf den dritten bis vierten Teil der letzteren. Die ortsfeste Anlage ist hingegen im Betriebe bedeutend billiger als die fliegende, da hier das Umlegen der Rohre ganz wegfällt und die Bedienung der Anlage sich auf das Mindestmaß reduziert. Außer der geringen Anlagekosten hat die fliegende Anlage noch den Vorteil der gleichmäßigen Regen- Verteilung bei stärkeren Winden, was bei der ortsfesten nicht der Fall ist. Eine fliegende Regenanlage für eine Verregnung von 30 m3 Wasser pro Stunde, was ungefähr der Leistung unserer Brunnen im Orangenrevier entspricht — es gibt auch hier Brunnen bis zu 80 bis 100 m3 Stundenleistung — ist imstande, stündlich drei Dunam in einer Höhe von 10 mm zu beregnen. Eine solche Anlage erfordert ungefähr 250 m Rohr von 3 Zoll Weite und kommt im Preise zusammen mit dem erforderlichen Zubehör auf £ 150. Wo kein Pumpwerk mit dem nötigen Überdruck vorhanden ist, kommt noch ein transportables Aggregat von Pumpe und Motor im Preise von beiläufig £ 100 dazu. Bei einer jährlichen Benützung der Anlage von nur 600 Stunden oder 50 Arbeitstagen von je 12 Stunden ist eine Beregnung von 30 ha mit 60 mm Niederschlagshöhe möglich. Mit dieser Niederschlagsmenge sind wir in der Lage, fast den ganzen Spätregen zu ersetzen, der im Jaffarevier 70 mm ausmacht.. Pro Hektar macht das nötige Anlagekapital £ 8.50 aus und beim Vorhandensein eines Pumpwerkes, wo die Aufstellung von Pumpe und Motor sich erübrigt, genügt ein solches von nur £ 5.— pro Hektar. Wenn wir die Amortisation und Verzinsung von £ 250 mit 12%, das nötige Brennmaterial mit 3^2 kg Petroleum pro Stunde und für 600 Stunden mit 2100 kg ä 9 Mil annehmen, den Arbeitslohn für zwei Arbeiter mit 25 Mil je einen Arbeiter pro Stunde ansetzen, so stellt sich der Kostenaufwand wie folgt: Amortisation und Verzinsung — £ 30.— Brennmaterial — £ 20.— '> 1200 Stunden Arbeitslohn — £ 30.— Zusammen ... £ 80.— Pro Hektar käme der Kostenaufwand auf ungefähr £ 2.50 bis 3.50. Da jedoch das warme Klima Palästinas die Verwendung einer solchen Anlage fast während des ganzen Jahres ermöglicht, so dürften sich dann die Amortisations- und Verzinsungsspesen viel niedriger stellen, so daß wir hoch gegriffen diese Zahl mit £ 2.25 pro Hektar annehmen. Dieser Kostenaufwand ist durch den zu erzielenden Mehrertrag hereinzubringen. Die durch die Beregnung zu erwartende Erntesteigerung wird diese Ausgabe ohne Zweifel nicht nur decken, sondern auch einen ansehnlichen Überschuß abwerfen. Der sprunghafte Ernterückgang der Weinlese im Jahre 1928 gegenüber 1927 zeigt das deutlich, ja sogar überdeutlich. Hätten wir in diesem Jahr um wenigstens 60 mm mehr Regen und eine bessere Verteilung desselben gehabt, was durch die künstliche Beregnung zu erzielen möglich gewesen wäre, so hätten wir unvergleichlich höhere Ernten erreicht als die kläglichen dieses Jahres. Das beweisen