Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Das Problem der Beregnung zum Schutz vor Dürre
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
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liehe wirtschaftliche Maßnahme, insbesondere zur Ergänzung des Spätregens im März und April, wo das Wetter sehr warm ist und Licht und "Wärme den Pflanzen in Hülle und Fülle zur Verfügung stehen. Einige wenige Millimeter Regen können dann speziell für flachwurzelnde Pflanzen Wunder tun, da gerade zu dieser Zeit das Wasser der entscheidendste Vegetationsfaktor ist, besonders dort, wo Düngung und Boden nichts zu wünschen übrig lassen. Besonders wirksam ist die Beregnung auf leichteren Böden. Die künstliche Beregnung wäre wirtschaftlich erstens in den judäischen Kolonien, wo neben den unbewässerten Weingärten und Obstanlagen ausgedehnter Orangenbau betrieben wird und in Verbindung mit diesem zahlreiche Brunnen sich vorfinden. Diese Wasserquellen können im Winter und im Frühling, wo die Orangengärten nicht bewässert werden, zur Beregnung der Wein- und Obstgärten und sonstiger wertvollen Feld- und Gemüsekulturen herangezogen werden. Ferner käme die Beregnung in Betracht für Gegenden, wo das Untergrundwasser nicht zu tief liegt und mit geringen Mitteln in ergiebiger Menge zu erbohren ist. So z. B. die Umgebung Ghederas, wo auf vielen Punkten das Wasser schon in einer Tiefe von weniger als 10 m zu erreichen ist. Es dürfte sich dort sogar lohnen, sofern keine bereits bestehenden Brunnen existieren, solche zu diesem Zwecke anzulegen. Die Amortisation und Verzinsung des Anlagekapitals eines solchen Brunnens, der höchstens auf £ 200 kommen dürfte, werden durch die Erntesteigerung der Feldfrüchte oder unbewässerten Obst- und Weingärten reichlich aufgewogen werden. Solche einzig und allein für den Zweck der ergänzenden Beregnung während des Winters, im Terrain richtig verteilte Brunnenschächte können mit transportablen Aggregaten auch für bewässerte Feld- und Gemüsekulturen während des ganzen Sommers dienen und so würden sich die Abschreibungs- und Verzinsungsspesen bedeutend reduzieren. Ferner ist eine ergänzende Beregnung billig und vorteilhaft, wo Flüsse und Seen unmittelbar an den zu beregnenden Flächen angrenzen, wie z. B. in den Ansiedlungen am Jordan, Kineret- und Mersomsee (Dagania, Menachmijah, Mischmar Hajarden und Jesod Hamala). Auch jene Siedlungspunkte im Emek, wo ergiebige Quellen vorhanden sind, wie z. B. im Nurisrevier, können ebenfalls von der künstlichen Beregnung im Winter reichlichen Gebrauch machen, da. sonst die reichlichen Wassermengen nutzlos abfließen. In all den erwähnten Punkten haben wir in der künstlichen Beregnung ein nie versagendes Mittel, uns von den Launen des Wetters, was den Regen anbetrifft, ganz unabhängig zu machen. Die Technik der künstlichen Beregnung blickt auf eine Entwicklung von einem Vierteljahrhundert zurück und sie hat ungeahnte Fortschritte in dieser Spanne Zeit gemacht. Der praktischen Anwendung derselben in den hierfür geeigneten Stellen steht kein Hindernis im Wege. Man unterscheidet zwei Systeme von Regenanlagen: die beweglichen oder fliegenden und die ortsfesten. Die letzteren sind mehr für beständig zu bewässernde Kulturen, wie Gemüsegärten, Baumschulen und Orangenpflanzungen, bestimmt und wegen ihrer hohen Anlagekosten kommen sie nur für wertvollere Kulturen in Betracht. In Kalifornien sind solche Anlagen bereits in zahlreichen Orangengärten eingeführt, jedoch sind sie dort aus Bequemlichkeitsgründen nicht sehr beliebt. Diese Gründe bestehen bei uns nicht, und es ist sehr wahrscheinlich, daß die Beregnung in unsere Orangenwirtschaften in nicht allzu ferner Zeit sich Eingang verschaffen wird. Die fliegenden Regenanlagen bestehen aus leichten Eisenrohren, neuestens sogar auch aus Aluminiumrohren, die sich durch Schnellkuppelungen rasch und leicht von ungelernten Arbeitern zu Strängen vereinigen und mittels Verbindungsstücken in jede gewünschte Lage bringen lassen. Mit einer beschränkten Zahl von 5 bis 6 m langen Rohren lassen sich durch fortwährendes Umlegen der Rohre