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Palästina · 1929-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1929) · p. Seite 51

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1929)
Article
Das Problem der Beregnung zum Schutz vor Dürre
Date
1929-07-01
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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In Rischon L'Zion ging die Ernte von 22.000 q im Jahre 1922 auf 5000 im Jahre 1928 zurück. Das letztgenannte Jahr war ein ausgesprochenes Dürrejahr mit einer Niederschlagshöhe von nur 418 mm. In Rehobot ging der Ertrag von 18.500 auf 4000 zurück und in Gederah von 3000 auf 500. Besonders charakteristisch ist der Ernterückgang im letzten Jahre gegenüber dem niederschlagsreicheren Jahr 1927 mit 588 mm. Dieser Rückgang macht 50 bis 60% aus. Das Jahr 1928 ist nicht allein durch die mangelhafte Regenmenge bezeichnend, sondern auch durch den fast vollständigen Ausfall des Spätregens. Der Monat März und April war fast regenlos, und statt 50 mm im März-Durchschnitt waren es im Jahre 1928 nur 4 mm, und statt 20 mm im April war es im Jahre 1928 nur 1 mm. Die Mißernte des letzten Jahres ist auch neben der geringen jährlichen Niederschlagshöhe besonders der schlechten Verteilung derselben zuzuschreiben. In erster Reihe ist es das Fehlen des Spätregens, das mit den Ausschlag gab. Die Bedeutung des Spätregens für die Feldfrüchte und unbewässerten Baumkulturen kennt jeder Landwirt zur Genüge aus der Praxis und es bedarf keiner weiteren Erörterungen diesbezüglich. Die Bedeutung desselben für die Landwirtschaft und seine Wichtigkeit als befruchtender Faktor sind schon in der heiligen Schrift öfters erwähnt. „Er kommt uns wie ein Regen, wie ein bodenbefruchtender Spätregen" (Hosea, Kap. 6). Sehr plastisch wird die Bedeutung desselben in Hiob (29) dargestellt: „Sie erwarten mich wie einen Regen und tun ihren Mund auf wie für einen Spätregen." Der Spätregen ist der entscheidenste Faktor für die Ernte der Feldfrüchte und der unbewässerten Baumkulturen. Außer der jährlichen Niederschlagsmenge und dem Spätregen kommt noch eine auch sonst richtige Verteilung des Regens während der ganzen Regenzeit in Betracht. Der Regen „zur richtigen Zeit" wird in mehreren Stellen der heiligen Schrift als segenbringend erwähnt (Deutr. 11, 28; Jer. 5). Größere Pausen zwischen einem Regen und dem anderen tragen zur Verringerung der Ernteerträgnisse und bei längerer Dauer sogar zur vollständigen Mißernte bei. Größere Regenpausen sind in Palästina gar nicht so selten. Nach den Berechnungen von Hilderscheid*) gab es in Jerusalem in der zwanzigjährigen Periode von 1860/61 bis 1880/81 nicht weniger als sieben Pausen von 26 bis 42 Tagen. Das macht auf drei Jahre eine solch bedeutende Pause oder „Regenklemme", daß dies natürlich auf die Verringerung der Erträge in bedeutendem Ausmaße wirken mußte. Besonders verhängnisvoll wird eine solche Klemme, wenn der unmittelbar vorangegangene Niederschlag ganz unbedeutend war. Und wenn dies im regenreicheren Jerusalem gar nicht so unhäufig vorkommt, so dürfte es sich in der regenärmeren Küstenebene, im Emek und um den Genezaretsee noch häufiger ereignen. Leider ist das meteorologische Beobachtungsmaterial nach dieser Richtung nicht verarbeitet und diesbezügliche Zahlen stehen nur in vereinzelten Fällen zur Verfügung. In der künstlichen Beregnung haben wir ein vorzügliches Mittel, um die verschiedenen Kulturpflanzen, die auf den natürlichen Regen angewiesen sind, vor den Folgen solcher Regenklemmen zu schützen. Durch dieses Mittel haben wir es in der Hand, den Spätregen ganz oder teilweise zu ersetzen. Selbstverständlich ist eine wirtschaftliche Beregnung nur dort möglich, wo genügende "Wasserquellen zu Gebote stehen. Die Beregnung von Feldfrüchten und unbewässerten Baumpflanzungen zur Überbrückung von Dürreperioden oder Regenklemmen wäre bei uns eine außerordent- *) Hilderscheid, H. Dr., Die Niederschlagsverhältnisse Palästinas in alter und neuer Zeit. Z. d. D. P. V. 1902.

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