Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Das Problem der Beregnung zum Schutz vor Dürre
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 50 (sequence 2)
- Language
- German
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von ebenfalls sieben Jahren, von denen nur zwei eine geringere Niederschlagshöhe als der Durchschnitt hatten, hingegen fünf niederschlagsreicher als das Mittel waren, einen um 55% höheren Ertrag an Kartoffeln, Hafer und Rüben geerntet. Ja sogar im nassen Jahre 1916 konnte er hei Kartoffeln nach einer Beregnung einen Mehrertrag von 42% erzielen. In einer Wirtschaft in Pommern konnte man bei einer Regengabe von nur 70 mm 80 q Heu pro Hektar ernten und damit das Vierfache von dem, was die angrenzende unberegnete Fläche geliefert hatte. In derselben Wirtschaft wurde bei Zuckerrüben durch eine Beregnung von nur 15 mm der Ertrag um 51 q pro Hektar gesteigert, was einen Mehrwert von Mk. 232.50 repräsentiert, wo der Aufwand für die Beregnung nur Mk. 16.— ausmachte. In einer anderen Wirtschaft am Rhein brachte eine Beregnung von 60 mm bei Frühkartoffeln einen Ertrag von 90 q pro Hektar, wo hingegen die unberegneten Nachbarschläge nur 25 bis 40 q geerntet hatten. Es ließe sich noch eine ganze Unmenge von Tatsachen anführen, aber das bereits Erwähnte dürfte für unseren Zweck vollständig genügen. Was können wir aus diesen Erfahrungen für unsere Verhältnisse lernen? Sind die Resultate der künstlichen Beregnung in einem feuchten, gemäßigten Klima wie Deutschland so günstig, so können wir für Palästina mit seinem trockenen warmen Klima um so mehr erwarten. Nach den Berechnungen von Dr. Baruch*) sind die Regenhöhen für die Stationen Jaffa—Tel-Aviv—Sarona aus einem 17jährigeu Mittel (1900/1901 bis 1916/1917) wie folgt: Niederschlagshöhen in Millimetern. Sept./Okt. Nov. Dez. Jän. Feb. März April Mai Jahr 38 71 146 146 79 50 21 3 554 Die regenreichsten Monate sind Dezember und Jänner mit 146 mm monatlich. Die Monate des Spätregens, März und April, haben hingegen ziemlich wenig Regen. März hat 50 mm, April nur 20 mm und Mai ist im Durchschnitt der Jahre praktisch genommen fast regenlos. Die sechs letzten Jahre hatten im Mittel nach Aufzeichnungen der meteorologischen Station zu Tel-Aviv nicht mehr als 474 mm Regenhöhe. Diese trockenen Jahre hatten selbstverständlich einen Rückgang der Ernten zur Folge. Die Erträge der Weinlese in den Gärten von Rischon L'Zion, Rehobot, Gederah gingen bedeutend zurück, was neben anderen Ursachen zum größten Teile auf die mangelhaften Niederschläge zurückzuführen ist. Die nachstehende Tabelle zeigt es deutlich: Ernteerträge der Weingärten in den Kolonien in Meterzentnern**): Jährl. Niederschlag in Millimetern Erntejahr Rischon L'Zion Rehobot Sichron Jakob Gederah in Tel-Aviv 1914 21.500 25.000 8000 4000 487 1922 22.000 18.500 5000 3000 _ 1923 18.500 16.000 6000 2000 445 1924 16.000 14.500 5000 1500 512 1925 13.000 12.000 7000 1500 436 1926 8.500 9.000 7000 1000 444 1927 12.000 9.000 9500 1000 588 1928 5.000 4.000 5000 500 418 *) In einer Monographie über das Klima Tel-Avivs und Umgebung, herausgegeben vom Gemeinderat Tel-Avivs im Jahre 1922. **) Die Zahlen sind hier abgerundet.