Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Das Problem der Beregnung zum Schutz vor Dürre
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 49 (sequence 1)
- Language
- German
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Das Problem der Beregnung zum Schutz vor Dürre. (Vortrag gehalten im Verein palästinensischer Agronomen.) Von Agr. Dr. Elieser Haniel-Pickholz, Tel-Aviv. Vorb. d. Red. In Nr. 8/10 1928 hat Agr. Hermann Hirsch über die Vorteile der sogenannten „Feldberegnung'4 kurz referiert. Wir bringen nachstehend einen in Tel-Aviv gehaltenen Vortrag eines palästinensischen Agronomen über dieses wichtige Thema. Das Wasser gehört bekanntlich zu den wichtigsten Vegetationsfaktoren. Reichliche Düngung tut ihre Wirkung nicht oder nur in sehr beschränktem Maße, wenn nicht gleichzeitig auch das Wasser in der erforderlichen Menge den Pflanzen zur Verfügung steht. Nur bei genügender Wassermenge können Höchsternten erzielt werden. Zum Zwecke der Erzielung von Maximalernten müssen die verschiedenen Vegetationsfaktoren in bestimmten Verhältnissen zueinanderstehen. Bieten die natürlichen Niederschläge den Pflanzen die nötige Wassermenge nicht, so muß für eine künstliche Wasserzuführung gesorgt werden. Die künstliche Beregnung hat sich in der letzten Zeit als die geeignetste Form der künstlichen Bewässerung gezeigt, mit deren Hilfe die fehlende Niederschlagsmenge auf die bequemste Weise ergänzt werden kann. Durch die künstliche Beregnung haben wir es in der Hand, die Regenhöhe stets auf das optimale Maß zu bringen, um so Mißernten zu vermeiden und die Schwankungen in den Ernteerträgen, soweit sie von der jährlichen Niederschlagshöhe und ihrer Verteilung bedingt sind, gänzlich auszuschalten und jahrein, jahraus Höchsternten zu erzielen. Die reichen Erfahrungen, die mit dieser Maßnahme in Europa gesammelt wurden, haben die Wirtschaftlichkeit derselben in den überwiegendsten Fällen deutlich gezeigt. Sogar anscheinend nasse Jahre haben oft die Wirtschaftlichkeit der künstlichen Beregnung ergeben. Ungeahnte Fortschritte hat die künstliche Beregnung in Deutschland gemacht, wo Feldregenanlagen zur Beregnung von Landflächen in immer größerem Umfange gebaut und angewendet werden. Es existieren bereits Feldregenanlagen für Flächen von einigen hunderten Hektars, die wissenschaftlich arbeiten und ihren Besitzern reichlichen Gewinn abwerfen. Für bestimmte Gegenden in Europa hat man es durch Versuche bereits herausbekommen, welche Niederschlagshöhen in den einzelnen Vegetationsmonaten für die verschiedenen Kulturpflanzen zur Erzielung von Höchsternten notwendig sind und man weiß es daher genau, wie stark man künstlich die einzelnen Pflanzen in den betreffenden Monaten beregnen muß, so oft der natürliche Regen diese ideellen Höhen nicht erreicht hat. Man kennt für einige Gegenden auch die kritischen Perioden für die einzelnen Kulturpflanzen, wo ihnen der Vegetationsfaktor „Wasser" besonders nottut. So wurde in Deutschland für die Kartoffel nachgewiesen, daß die kritische Periode im Monat Juli liegt und Regenmangel in diesem Monat die Ernte auf die Hälfte reduziert. Nachstehend geben wir einige Beispiele aus den Erfahrungsresultaten der künstlichen Beregnung, wie sie im Auslande, und namentlich in Deutschland, erzielt wurden: Professor Fröhlich in Halle hat durch eine Beregnung von nur 54 mm jährlich von einer Wiese im Durchschnitt von sieben Jahren die doppelten Ernten, im Vergleich mit den unberegneten Parzellen, erzielt. Professor Krüger hat im Durchschnitt