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Palästina · 1929-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1929) · p. Seite 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1929)
Article
Die Pflanzungswirtschaft Palästinas
Date
1929-07-01
Page
Seite 21 (sequence 4)
Language
German
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Landwirtschaft: den Verbrauchscharakter der Getreidewirtschaft im Innern und die export-koniraerzielle Bedeutung der Plantagenwirtschaft. Alles, was wir oben erwähnten, bezieht sich auf das Land als Ganzes. Wir wollen nun die gegenseitigen Verhältnisse dieser beiden Grundtypen der palästinensischen Landwirtschaft in der jüdischen Wirtschaft allein betrachten. Die Daten hierüber entnehmen wir dem Bericht über die landwirtschaftliche Zählung, die die Zionistische Exekutive im April des Jahres 1927 durchgeführt hat3). Von dem gesamten von Juden bearbeiteten Boden befinden sich 251.000 Dunam unter Getreidewirtschaft, 71.000 Dnnam unter Fruchtpflanzungen (per Ende 1928 sind schon etwa 85.000 Dunam zu rechnen, da in den etwa zwei Jahren, die seit der Zählung verstrichen sind, weitere Flächen mit Orangenpflanzungen [12.000 Dunam] und anderen Setzlingen angelegt wurden). Nach der Größe der Bodenfläche nimmt auch in der jüdischen Wirtschaft die Getreidewirtschaft die vorherrschende Stelle ein. Dieses Verhältnis ändert sich im Zusammenhang mit den einzelnen Bezirken unter unter Getreidewirtschaft Fruchtpflanzungcn in tausenden Dunam Judäa..... 42 49 Scharonebene . . 44 13 Emek Jesreel . . 75 4 Untergaliläa 57 4 Obergaliläa ... 33 1 Wir sehen also, daß in Judäa die Fruchtpflanzungen eine größere Fläche einnehmen als der Getreidebau (auf Judäa entfallen 66% der gesamten jüdischen Fruchtpflanzungen). In den übrigen Teilen Palästinas nimmt dagegen der Getreidebau die vorherrschende Stelle ein und räumt der Pflanzungswirtschaft nur einen untergeordneten Platz ein, in der Scharonebene von etwas größerer, im Emek Jesreel und in Galiläa dagegen von ganz untergeordneter Bedeutung. Dies ist das Verhältnis zwischen der jüdischen Getreide- und der jüdischen Plantagenwirtschaft. Wir wollen jetzt sehen, welchen Weg die jüdische Plantagenwirtschaft bei ihrer Entwicklung gegangen ist. Die Anfänge dieser Entwicklung sind schon beim Beginn der jüdischen Kolonisation zu finden. Der erste und anfangs einzige Wirtschaftszweig in dieser Hinsicht war die Traubenzucht. Schon bis zum Jahre 1902 wurde eine Fläche mit 24.000 Dunam mit Weinstöcken bepflanzt. Zu jener Zeit wurde auch der Grundstock für die Entwicklung der Mandel- und Olivenzucht gelegt, deren Flächen in jenen zwei Jahren je 1500 Dunam nicht überschritten haben. Auch der Grundstock der Orangenpflanzungen wurde, wenn auch in geringem Maße, schon damals gelegt. Im Jahre 1902 wurden insgesamt 900 Dunam Orangen bebaut. Die mit dem Jahre 1902 beginnende Periode der Kolonisationsarbeit fand ihren Abschluß mit dem Beginn des Weltkrieges. Zu jener Zeit waren schon etwa 70.000 Dunam mit Fruchtpflanzungen von den Juden angelegt, die sich laut der im März 1915 durchgeführten Enquete auf die einzelnen Kulturen wie folgt verteilten4): 3) Report of the Census of Jewish Agriculture, Jerusalem 1928. 4) Die Daten dieser Enquete haben wir dem Buche Dr. A. Ruppins entnommen, Syrien als Wirtschaftsgebiet, Kol. Wirtschaftl. Komitee, Berlin, 1916.

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