Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Die Bedeutung der Milchwirtschaft
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 16 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379874-2379880-2389724--09402-2389888- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
besserung der Landwirtschaft in all ihren Zweigen, durch sie wird es möglich werden, neue Zweige zu pflegen, im besonderen ganze Landstriche für großzügige Kolonisation einer dichten Bevölkerung nutzbar zu machen, denn von allen auf schweren Böden möglichen Kulturen sind Futterpflanzungen sowohl auf bewässertem wie auf unbewässertem Land die einzigen, welche das Versuchsstadium schon hinter sich haben und durch deren Anbau es möglich ist, eine Rassenkuh auf 1 ha unbewässertem oder drei bis vier auf bewässertem zu ziehen. Wir haben daher folgende Schwierigkeiten zu lösen: a) den Übergang von dem bisher üblichen Fruchtwechsel zum Futterbau; b) die Verbesserung der Viehrassen; c) Konkurrenzfähigkeit auf dem inneren Markt; d) die Erschließung des Weltmarktes. Das Übergangsstadium zum Futteranbau. Boden, welcher selbst 80 kg Weizen pro Dunam liefert, ist für Futterbau noch ungeeignet. Weizen kann als Gradmesser für den Wert des Bodens genommen werden. Klee, Wicken, Mais, Rüben, Kürbis gedeihen nicht in so armen Böden. Es gibt gewisse Futterpflanzen, die mit chemischem Dünger gedeihen, aber Klee und Kürbis verlangen organischen. Dies ist ein circulus vitiosus, denn ohne Dünger kein Futterbau und ohne Futter keine Kühe, ohne Kühe kein Dünger. Das erste Stadium beim Übergang vom Korn zu Futter war bis vor kurzem durch mancherlei Hindernisse gehemmt. Jetzt, da die Methoden der Änderungen definitiv ausgearbeitet sind für das dreifache Schema der Amelioration (kultivierte Brache, Gründüngung, chemischer Dünger), sind wir imstande, im Zeitraum von wenigen Jahren jeden armen Boden zu verbessern, wenn er nur gut in seiner Zusammensetzung ist (was beinahe für alles zur Ansiedlung verfügbare Land zutrifft). Es ist unmöglich, diesen Prozeß der Umwandlung zu vermeiden oder ihn abzukürzen, und von seiner richtigen Ausführung hängt die Zukunft der jetzt unternommenen Kolonisation ab. Die Verbesserung der Viehrassen. Die Rassen des Landes sind nicht durch hohen Milchertrag ausgezeichnet. 700 1 pro Jahr und Kuh stellen schon einen Rekord dar. Gute Kühe wurden aus dem Libanon und aus Damaskus gebracht. Aber selbst dort sind erstklassige Kühe selten und nicht verkäuflich, während Versuche, von auswärts Kühe zu importieren, bis jetzt keinen Erfolg hatten. Vor der britischen Besatzung erachtete man es nicht für rentabel, eine Kuh im Stalle zu halten, die jährlich nicht mehr als 1500 1 gibt. Heute müssen wir dafür das Minimum von 2000 1 ansetzen. Solche Kühe gibt es im