Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Die Bedeutung der Milchwirtschaft
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 15 (sequence 5)
- Language
- German
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heit und selbst die verschiedenen Typen sind gegeneinander nicht scharf abgegrenzt. Der leichte Boden, geeignet für Citruskultur, der hügelige, sandige, geeignet für unbewässerte Pflanzungen, und der schwere Boden, geeignet für Futterbau und Gemüse, sind vollkommen gemischt. Es ist von Interesse, folgende Beispiele zu betrachten: Von einer Fläche von 10.000 Dunam, welche kürzlich im Pflanzungsdistrikt erworben wurden, sind höchstens 3000 für Orangen geeignet, der Rest ist entweder schwerer oder hügeliger Boden. In einem zweiten Fall von zirka 50.000 Dunam wird vielleicht ein Drittel für Orangen tauglich sein. In einer Kolonie, die 40.000 Dunam hat, sind bloß 6000 geeignet für Orangen. Gegenwärtig ist die Orange die einzige Monopolfrucht des Landes, welche die Basis für eine ausgedehnte Kolonisation bieten kann, da sie von konkurrenzfähiger Qualität ist. Nicht so die Mandel, die nur in begrenztem Ausmaß kultiviert werden kann, da deren Erträge nicht genügend groß sind. Auch Weintrauben nicht, da die Aufnahmefähigkeit der Märkte für Wein gering ist. Tafeltrauben und Bananen wiederum sind technisch noch nicht über das Versuchsstadium hinaus und die Marktlage für sie ist unsicher. In dieser ganzen Zone können nur Einzelne oder kleine Gesellschaften die geeigneten Teile auswählen und darauf Orangen pflanzen. Eine kolonisierende Körperschaft, die Ansiedlung in einem Bezirk von so gemischtem Boden betreibt, kann dies nicht tun. Sie kann nicht den größeren Teil ihres Landes brach liegen lassen und nur den nutzen, der für Orangen geeignet ist. Es ist daher nötig, eine gemischte Wirtschaft zu schaffen und in jedes Siedlers Boden Teile der verschiedenen Bodentypen einzuschließen, so daß die Orangengärten nur einen kleinen Teil bilden. Die Frage von höchster Wichtigkeit ist: Welche Form der Wirtschaft wird dem Siedler vom Moment der Okkupation den Lebensunterhalt liefern? Selbst eine vollkommene Pflanzungszone ist dazu für lange Zeit ungeeignet, denn je mehr wir die Baumpflanzung ausdehnen, desto mehr ist es nötig, sorgsam auf die Bilanz des Bodens zu achten, das heißt ihm das zurückzugeben, was ihm in Form von Früchten, die übers Meer wandern, entzogen wird. Chemischer Dünger kann diesen Verlust nicht wettmachen, ebensowenig Gründüngung, die nur einen Ersatz für organische Düngung bildet. Jeder Orangenpflanzer bringt von weit her Stalldünger, für welchen er exorbitante Preise zahlt. Es sind zu wenig Städte im Lande, um eine genügende Quelle für Lieferung organischen Düngers zu bilden. Und je mehr sich die Pflanzungen ausdehnen werden, desto ungenügender wird sie sein. Viehhaltung ist daher nach der heutigen Lage wesentlich für die Ver-