Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Die Bedeutung der Milchwirtschaft
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 13 (sequence 3)
- Language
- German
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Schaftseinheit, da sie kultivierte Brache verlangt: Die Hälfte wird mit Weizen bebaut, die andere wird brach liegen gelassen und im Sommer bearbeitet. Dies ist ein System der Bodenverbesserung, denn durch diese Bearbeitung wird das den Boden aussaugende Unkraut zerstört. Dieses System erhöht auch die Fruchtbarkeit, verbessert die Eigenschaften des Bodens und macht seine Bearbeitung leichter. Um bessere Erfolge zu erzielen, wird Gründünger und auch künstlicher Dünger verwendet. Dies ist eine * dreifache Art, den Boden zu verbessern, die jetzt in der Versuchsstation im letzten Stadium der Erprobung ist. Sie bedeutet eine extensive Kolonisationsform mit Wirtschaftseinheiten von 300 bis 400 Dunam. Als Übergangsmethode für kurze Zeit ist dieses System gut und nützlich, aber nicht als eine dauernde, also für Vorbereitung der Kolonisation, aber nicht für die Kolonisation selbst, welche eine dichtere Bevölkerung erheischt. Eine Kolonisation auf Basis von intensiver Kultur ist nur durch grundlegende Änderungen im Fruchtwechsel möglich. Anstatt eines Zweifelderfruchtwechsels werden hauptsächlich Futterpflanzen gebaut und an Stelle des Getreidebaus für den Verkauf? was den Boden bloß ausnützt, ohne ihm etwas zurückzugeben, Viehzucht, wobei Milch und Fleisch verkauft werden. In diesem Falle werden die dem Boden entzogenen Stoffe ihm in Form von Dünger zurückgegeben. Die Zone des schweren Bodens. In allen Teilen des Landes, der Ebenen Shephalah, Saron, Jesreel, im Jordantal, in den übrigen Ebenen und Tälern in Ober- und Untergaliläa, ist das flache Land meist schwerer Boden, teils unbewässert, teils bewässert. Schwerer Boden ist geeignet für folgende Kulturen: a) Pflanzungen: Feigen, Pflaumen, wenige Sorten Wein, Bananen auf bewässertem Boden; b) Industriepflanzen auf bewässertem Boden: Zuckerrohr, Baumwolle; c) Futter, sowohl auf bewässertem wie auf unbewässertem Boden, und Gemüse auf bewässertem. a) Pflanzungen: Die Adaption der oben erwähnten Pflanzungen an schwerem Boden ist noch Sache der Forschung und es müssen Jahre vergehen, bevor der Boden die Bemühungen lohnen wird in Form von konkurrenzfähigen Früchten, die nicht nur den Lebensunterhalt einer geringen Zahl von Siedlern gewährleisten, sondern als Basis für eine weitausgedehnte Kolonisation dienen können. Diese kann sich nur auf solche Wirtschaftszweige stützen, deren Erzeugnisse technisch schon das Versuchsstadium überschritten und ökonomisch sich ihren Absatz gesichert haben. Die Natur hat daher ihre Grenzen gesteckt. Außerdem sind im Kolonisationsgebiet solche Kulturen zu bevorzugen, die schnell