Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Die Bedeutung der Milchwirtschaft
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 12 (sequence 2)
- Language
- German
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hältnissen nichts als eine karge Existenz bietet. Wenn man daran dächte, die Differenz im Ertrag auszugleichen, so müßte man die bearbeitete Getreidefläche verdreifachen. Der Bodenertrag in der Trockenwirtschaftszone. Der Ertrag fast aller unbewässerter Getreideflächen ist gering, durchschnittlich 40 bis 50 kg pro Dunam. Dieses Land ist für nichts anderes geeignet als für eine zweijährige Fruchtfolge: Weizen als Winter-, Durrah- oder Kicher-Erbsen als Sommerfrucht. Der Gebrauch chemischen Düngers vergrößert allerdings die Ernten, aber dieser ist, wie bekannt, nur als Ergänzung bei Gebrauch organischen Düngers von Wert, seine Wirkung hält nicht an und verbessert auch nicht die physikalische Struktur des Bodens. Gründüngung ist noch nicht ganz aus dem letzten Versuchsstadium heraus. Da sie am Ende des Winters, kurz vor dem Spätregen, unterpflügt wird und sich nicht zersetzt, wenn nicht die Feuchtigkeit im Boden gut zurückgehalten wird, so verhindert sie die Aussaat der Sommerfrucht. Denn um die Feuchtigkeit zurückzuhalten und sie aufzubewahren, ist es nötig, daß die Bodenkrume während der ganzen heißen Zeit bearbeitet werde. Es ist daher nötig, das Feld brach liegen zu lassen, womit ein Jahr verlorengeht. Der Wert dieses Systems wird für die Amelioration des Bodens zwecks Ansiedlung groß sein, denn es wird in seiner Gänze als Übergangssystem und zum Teil als ständiges nötig sein, das heißt, im Fruchtwechsel ist es ratsam, stets ein Fünftel oder ein Sechstel des Bodens brach liegen zu lassen mit Gründüngung, aber nicht die halbe Fläche. Stalldünger hat unmittelbare Wirkung auf die Ernten; er verändert die Zusammensetzung des Bodens in ein paar Jahren. In wenigen Jahren ist es möglich, 150 bis 200 kg Weizen pro Dunam zu ernten oder drei Kleernten, 500 kg Wickenheu oder 200 kg Mais oder befriedigende Mengen Rüben und Kürbisse, so daß es möglich ist, eine Rassenkuh auf zehn Dunam unbewässerten Landes zu halten. Das System muß daher auf die Erhöhung der Fruchtbarkeit des Bodens durch Stalldünger gerichtet sein; Gründüngung und künstlicher Dünger sind als zeitweilige Maßnahmen anzuwenden. Die wirtschaftliche Lage der Getreidezone. In der Mehrzahl der Fälle wird unbewässerte Kultur immer armselig sein, wenn die Erträge auf ihrer heutigen Stufe bleiben. Es gibt zwei Methoden, solchen Boden zu verbessern, welche den größten Teil der ebenen Ländereien Palästinas bildet: die extensive und die intensive, beide führen zum Ziel, wenn sie nur systematisch und strikt verfolgt werden. Die extensive ist verbunden mit der Vergrößerung der Wirt-