Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Die Psychotechnik im Dienste der Aufbauarbeit Palästinas
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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Die spezielle Zuordnung und Anlernung erfolgt teils an den bereits bestellenden Ausbildungsstätten in Europa, teils in Palästina selbst, etwa in Haifa. Hier ist ein Arbeitsamt mit folgenden Aufgaben: Die neu ankommenden Einwanderer sind genau auf ihre Eigenart zu untersuchen. Gänzlich Ungeeignete werden dabei allerdings nicht auftreten, da sie bereits durch das Sieb der europäischen Vorprüfstellen zurückgehalten wurden. Übrigens bietet die Kolonisation eines ganzen Landes sehr viele Möglichkeiten, so daß darin nach Grad und Art der Befähigung ziemlich verschiedenartige Menschen Verwendung finden können. Voraussetzung ist nur, daß diese Möglichkeiten, das heißt die Anforderungen der verschiedenen Arbeitsarten fortlaufend genau untersucht werden. Dies ist die zweite Aufgabe des Arbeitsamtes. Im weiteren muß es orientiert sein über die zahlenmäßigen Bedürfnisse der einzelnen Berufsarten. Gleichzeitig dient es als eine Art Quarantäne. Die Einwanderer müssen sich eine Zeitlang in dieser Station aufhalten, um planmäßig durch Vorträge und Demonstrationen, vor allem aber auch durch praktische Arbeit und zweckmäßige Lebensweise, sich an die besonderen Verhältnisse des Landes und an ihre Aufgaben zu akklimatisieren und anzupassen. Sie müssen bei dieser Gelegenheit auch für ihre neue Aufgabe soweit nötig angelernt werden. Man hat sich dieses Arbeitsamt nicht streng zentralisiert zu denken, sondern als eine Institution, die eventuell über das ganze Land zerstreute, an geeigneten Orten errichtete Lehrwerkstätten unterhält. Für diese Aufgaben müssen eine Reihe Psychotechniker ausgebildet werden. An geeigneten Leuten besteht im jüdischen Volk zweifellos kein Mangel. Die Ausbildung erfolgt zweckmäßigerweise in Europa, mit Vorteil im psychotechnischen Institut in Zürich. Die Oberleitung der ganzen Organisation muß für den Anfang einem erfahrenen Berufspsyehotechniker unterstehen, damit von dieser Seite die nötigen Erfolgsgarantien gegeben sind. Nach und nach, mit wachsender Erfahrung, kann sie schließlich in die Hände des Zionistischen Komitees übergehen. Die Kosten der ganzen Organisation sind nicht unbeträchtlich; sie werden aber bei weitem durch die Erfahrungen und Gewinne aufgewogen, die eine planmäßig und wissenschaftlich orientierte Kolonisation ebenso möglich macht wie die psychotechnische Arbeit in all den Betrieben, die sich ihrer heute mit Vorteil bedienen. Dieser Plan wird vielleicht fremdartig und utopistisch berühren. Die Durchführung mag demjenigen, der nicht weiter orientiert ist, zunächst sogar als unmöglich erscheinen. Erwägt man aber einerseits, was der Zionismus bisher schon in Angriff genommen und geleistet hat, und daß anderseits die Psychotechnik auf den dargelegten Wegen die Erwar-