Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1929)
- Article
- Die Psychotechnik im Dienste der Aufbauarbeit Palästinas
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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aber nicht ohne das vollkommenere Mittel der eigentlichen Arbeitsanalysen aus, die in einem eingehenderen Studium bestehen. Sie führen schließlich zu jener Stufe der Erkenntnis, wo der genauen Kenntnis der ßerufswärter die ebenso genaue Kenntnis der Berufsanforderungen aller qualifizierten Arbeitsprozesse gegenübersteht. So sind beispielsweise eine Reihe größerer und kleinerer Unternehmungen in der Schweiz bereits so weit, in dieser Weise disponieren zu können. Jeder neue Bewerber, auch jeder, der für eine Beförderung in Frage kommt, und selbstverständlich auch alle diejenigen, die aus einem unerkennbaren Grunde nicht befriedigen, lassen sich durch den Psychoteehniker auf ihre Begabung untersuchen und erhalten von ihm auf Grund seiner genauen Kenntnis all der Anforderungen im Unternehmen schließlich die Wegleitung an jene Arbeitsstätte, an der sie Wertvollstes wirken können. Es liegt in der Natur der Sache, daß es hier oft scheinbare Vorstöße gegen die Tradition gibt, indem oft Leute in höhere Kategorien gelangen und sich dort bewähren, die nach bisher üblicher Weise irgendwo an untergeordneter und vielleicht sogar unpassender Stelle eine langwierige Probe- und Beobachtungszeit hätten durchmachen müssen. Je größer ein Unternehmen, desto größer sind die Chancen, daß jedem Kandidaten ein befriedigender Wirkungskreis zugewiesen werden kann. Das gilt auch von der palästinensischen Kolonisation. Gewiß wird die Tatsache, daß das jüdische Volk, seit vielen Generationen von seinem Lande entwurzelt, sich der Arbeit an der Scholle entwöhnt hat, auch ins Gewicht fallen. Anderseits aber läßt die Tatsache, daß dieses Volk seinerseits die eigene Erde wirklich erfolgreich pflegte, den Schluß zu, daß im Grunde auch die hierfür notwendigen Fähigkeiten zu seiner biologischen Erbmasse gehören und unter systematischer Anleitung zu neuer Fruchtbarkeit gebracht werden können. Der Mensch ist, im Umfang seiner Fähigkeiten, weit bildungsfähiger, auch für ihm scheinbar nicht liegende Betätigungen, als gemeinhin angenommen wird. Vor allem trifft das für die noch bildungs- und anpassungsfähigere heranwachsende Jugend zu. Auch der Umstand, daß die Not in der Verbannung vor allem die intellektuellen Kräfte weckte und trainierte, darf als ein gutes Omen betrachtet werden; denn diese Kräfte bilden eine Art natürlicher Garantie für die Beseelung der Arbeit am Heiligen Lande und für die innere Bereicherung seiner Arbeiter. * * * Die richtige Auslese und Placierung der Kräfte sichert das Fundament der Aufbauarbeit. Die nächste, nicht minder große Aufgabe, bei der die Psychotechnik mitzuwirken in der Lage ist, ist die rationelle Erziehung zur Arbeit.