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Palästina · 1929-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1929) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1929)
Article
Die Psychotechnik im Dienste der Aufbauarbeit Palästinas
Date
1929-07-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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und Hochbaues usf. Die Schätze des Landes harren der nimmermüden, geduldigen und starken Hände für die Fruchtbarmachung. Sie rufen sodann das Gewerbe, vor allem das Kleingewerbe und das Handwerk zur Dienstleistung. Und sie lassen, heute noch vereinzelt, für die Zukunft aber bereits in Umrissen sichtbar, das Kommen einer gewissen Industrialisierung erkennen, von der zu wünschen ist, daß sie sich die Vorteile der westlichen Industrien aneignet, ohne die sozial ungesunden Schlacken der historischen Entwicklung derselben mit zu übernehmen. Der Wille des jüdischen Volkes, sich diesen Aufgaben zu unterziehen, dürfte in der Geschichte wohl einzig dastehen. Die Entwicklung der letzten Jahre beweist aber, daß es am guten Willen und an der Opferfreudigkeit nicht genügt. Unzählige haben ihr Bestes eingesetzt, sich selbst, ihre Familie, Gut und Habe. Vielen gelang es, sich an das Land und die oft schweren Aufgaben anzupassen. Es sind auch nicht wenige, deren positive Leistungen mit freudiger Anerkennung gedacht werden kann. Anderseits aber gibt es auch viele, auf alle Fälle allzu viele, deren Opfer sich als mehr oder weniger nutzlos erwies, die unter der für sie zu großen Last der praktischen Aufgaben zusammenbrachen oder in Resignation versanken. Der Ernst der Sache zwingt zu vertiefter Erkenntnis all der Anforderungen, welche die Kolonisationsarbeit an ihre Pioniere stellt. Im Grunde zeigt sich hier die gleiche Problemstellung, wie sie in den Berufen und Betrieben der anderen Länder immer wiederkehrt; auf der einen Seite steht der Mensch, auf der anderen ein Milieu, ein Beruf oder eine Aufgabe, die bestimmte Anforderungen an ihn stellen. Die Frage ist in allen Fällen die nämliche: in welchem Grade besitzt das Individuum die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse, um den vorhandenen Anforderungen zu entsprechen? — Ist die Eignung ungenügend, so ist die Last zu groß und der Erfolg bleibt aus. Reicht die Eignung wesentlich weiter als die Anforderungen, so muß die entsprechend größere Aufgabe gesucht werden, damit der betreffende Mensch sich ganz auswirken kann und nicht in spielerische Lässigkeit verfällt. Sind die Anforderungen, wie meist, schon in bestimmter Weise vorgezeichnet, so kommt es lediglich darauf an, den hierfür richtig Geeigneten den Weg dahin zu weisen. Diese Problemstellung liegt praktisch immer vor, wenn Menschen sich bestimmten Arbeiten zuwenden, oder umgekehrt: wenn zu bestimmten Plätzen geeignete Leute gesucht werden. Man hat sich auch immer Mühe gegeben, mit den empirisch zur Verfügung stehenden Mitteln bestmöglich zu urteilen, als da sind: Erhebungen, Informatio-

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