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Palästina · 1929-06-01 · Heft 6 (Juni 1929) · p. Seite 25

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 6 (Juni 1929)
Article
Palästina-Regierung und jüdische Arbeit
Date
1929-06-01
Page
Seite 25 (sequence 6)
Language
German
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Zusammenfassend ist also zu sagen: Der jüdische Jischuw, der, wie gesagt, zweimal so stark, als es seiner Zahl entspricht, zu den Einnahmen der Regierung beiträgt, hat nicht nur das Recht auf eine zahlenmäßig proportionierte Beteiligung bei der Vergebung von Regierungsarbeiten, sondern auch auf Arbeitsbedingungen, die den Minimalansprüchen des jüdischen Arbeiters Rechnung tragen. Wie oben bemerkt, war in dem Verhalten des Departements für öffentliche Arbeiten im Laufe des letzten Jahres (1927—1928) ein merkbarer Umschwung eingetreten, der mit dem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit im Zusammenhang stand. Dieser Umschwung war aber außergewöhnlichen Umständen zuzuschreiben: der Wirtschaftskrise, die der Arbeitslosigkeit folgte. Dementsprechend waren auch die Beschäftigungen, die die Regierung bot, provisorischer Natur und trugen den Stempel von Unterstützungsaktionen. Diese Hilfsbereitschaft der Regierung war vor allem und in der Hauptsache dem außerordentlich verständnisvollen Verhalten des vorigen High Commissioners zu verdanken, der einen klaren Blick für die reale Situation des Landes bekundete und seine Informationen aus dem direkten Kontakt mit der Landesbevölkerung, den Gesprächen mit den Vertretern der Arbeiterorganisation und seinen Besuchen bei Arbeiterinstitutionen bezog. Er betrachtete die Krisis und die Arbeitslosigkeit als einen vorübergehenden Mißstand und stellte sich dazu wie zu der Periode der Dürre im Süden des Landes und zum Erdbeben des Jahres 5687. Letztere Katastrophen betrafen zufällig in der Hauptsache Araber — das Unglück der Arbeitslosigkeit und der Wirtschaftskrise vorwiegend die Juden. In allen drei Fällen war es geboten, Sondermaßnahmen zu treffen, wobei das Erdbeben in gewissem Maße den Kampf der jüdischen Bevölkerung und der Regierung gegen die Arbeitslosigkeit erleichterte. Im Falle der Dürre in den Süddistrikten Palästinas verausgabte die Regierung beträchtliche Summen durch ihre Hilfsaktion — ebenso verhielt sie sich im Falle der Arbeitslosigkeit unter den jüdischen Arbeitern. Nach Kenntnisnahme des Programms der Arbeiterorganisation, das auch von der Zionistischen Exekutive bestätigt und gezeichnet war, unternahm der High Commissioner energische Schritte zur Stellung von Arbeitsmöglichkeiten für jüdische Arbeiter — besonders bei Wegbauten und Aufforstungsarbeiten. Auf die erste Kategorie beziehen sich vor allem die Chausseebauten Petach Tikwah—Kalkilieh, Jericho, die Bauten in Ramleh usw. Aufforstungen wurden bei Kinereth, in Schaar Haemek und Tul Kerem durchgeführt. Außerdem stellte die Regierung den Stadtverwaltungen gewisse Unterstützungsbeträge zur Disposition und führte verschiedene Kombinationen mit Stadtverwaltungen durch, um eine gewisse Anzahl von Arbeitslosen einige Monate lang zu beschäftigen. Insgesamt brachte die Regierung auf diese Weise zirka 1000 jüdische Arbeiter unter. Im Verein mit der Zionistischen Exekutive, die diverse Arbeitsmöglichkeiten beschaffte, bemühte sich die Arbeiterorganisation um die Verwirklichung ihres Planes, das System der „Unterstützungen" völlig zu liquidieren. Die erwähnte Zahl von 1000 jüdischen Arbeitern, die bei Regierungsarbeiten beschäftigt wurden, nimmt aber ständig ab. Die Forstarbeiten sind längst beendet — über Neuaufnahme von Beforstungen ist bisher nichts verlautet. Die öffentlichen Arbeiten sind ebenfalls abgeschlossen. Die Periode der Ausgabe von Arbeiten aus Unterstützungszwecken ist vorüber — zurzeit sind nicht mehr als 250 jüdische Arbeiter bei der Regierung tätig, und auch diese Zahl ist im Sinken begriffen. Es steht durchaus zu befürchten, daß mit dem Eintritt einer Normalisierung des Arbeitsmarktes der jüdische Arbeiter wiederum keinen Zugang zu den öffentlichen Arbeiten der Regierung hat. Auch bezüglich der Stadtverwaltungen ist die Lage wenig aussichtsreich. Ich spreche hier nicht von Tel-Aviv usw., sondern von Stadtgemeinden jüdisch-arabischer Zu-

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