Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1929)
- Article
- Die Erwerbung des Emek Jesreel
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 19 (sequence 7)
- Language
- German
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durch die Kosten für ihren Lebensunterhalt und für die Anlage der Pflanzungen von den zionistischen Fonds bekamen. Und wer hätte damals, im ersten Jahre des Kereri Hayesod, eine solche Verpflichtung auf sechs Jahre übernehmen können? Es mußte eine Kolonisationsform gefunden werden, bei welcher die Siedler in kürzester Zeit Einnahmen aus ihren eigenen Farmen ziehen konnten, und dafür bot die gemischte Wirtschaft, mit der Milchwirtschaft als zentralem Zweig, die beste Möglichkeit. Siedler, die mit eigenen Mitteln Orangenpflanzungen angelegt und die Zionistische Organisation der finanziellen Verantwortung enthoben hätten, gab es damals nicht. Es war die Zeit der Inflation in Europa, in welcher die Summen, die in Palästina zur Anlage einer Orangenpflanzung erforderlich waren, in europäischer Währung Millionen- und Milliardenbeträge ausmachten. Außerdem waren im Jahre 1921 die Orangenpflanzungen durchaus nicht beliebt. Sie hatten während des Krieges, als sechs Jahre kein Orangenexport möglich war, große Verluste gebracht und schienen keineswegs eine sichere x4nlage. Noch im Jahre 1921 fand sich für eine der bestgelegenen und schönsten jüdischen Orangenpflanzungen in Palästina sogar zu den niedrigsten Preisen kein jüdischer Käufer und sie ging durch Kauf auf einen Araber über. Die PLDC könnte für Böden, die sie 1922 in der Nähe von Petach-Tikwah kaufte, jahrelang keinen Käufer finden. Erst seit dem Jahre 1925 weist der Orangenbau eine hohe Rentabilität und einen sicheren Markt auf und erst seit dieser Zeit beginnt sich das Privatkapital für Orangenpflanzungen zu interessieren. Man kann sagen, daß die bisherigen jüdischen Bodenkäufe auf die beiden großen Ebenen Palästinas fast gleichmäßig verteilt sind. Nur abseits dieser Ebenen, im Berglande, ist kein Boden gekauft worden, weil die erhöhten Schwierigkeiten der Kolonisation im Gebirge erkannt wurden. Es mutet deshalb sonderbar an, wenn in dem Berichte der Expertenkommission der Jewish Agency sehr ausführlich gegen die „Bergkolonien" der Zionistischen Organisation polemisiert wird. Gemeint sind damit die Kolonien Ataroth (Kalendie) und Kiriath Anawim bei Jerusalem. Aber diese sind viel eher als V o r s t a d t-Kolonien, denn als Bergkolonien zu bezeichnen, denn ihre Existenz beruht auf der Nähe des Jerusalemer Marktes. Durch diese Nähe erzielen sie für ihre Milch, Gemüse, Eier und Früchte so gute Preise, daß ihre Lage durchaus befriedigend und besser ist als die vieler Kolonien in der Ebene. Der Kauf der Emek-Böden hat der Stadt Haifa, die im Wirtschaftsleben Palästinas in der Zukunft die erste Stelle einnehmen wird, ein jüdisches Hinterland gegeben und wesentlich dazu beigetragen, daß die jüdische Bevölkerung Haifas seit dem Jahre 1920 von 3000 auf 15.000