Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1929)
- Article
- Die Erwerbung des Emek Jesreel
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 18 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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ebene, die sich für Pflanzungen und besonders für Orangenpflanzungen eignet, vernachlässigt hat. Die Antwort hierauf ist zunächst die, daß der Bodenkauf in der Küstenebene durchaus nicht vernachlässigt, daß allerdings der größte Teil nicht vom Jüdischen Nationalfonds, sondern von Pflanzungsgesellschaften erworben worden ist. In der Zeit von 1910 bis jetzt sind allein durch die Palestine Land Development Co. in der Küstenebene von Gaza bis Haifa 70.000 Dunam, und wenn man die Akko-Ebene hinzurechnet, sogar 135.000 Dunam gekauft worden. Daß trotzdem in der zionistischen Öffentlichkeit viel mehr von den Käufen im Emek Jesreel als von den Käufen in der Küstenebene bekannt ist, hängt damit zusammen, daß es im Emek Jesreel möglich war, ganz große Flächen auf einmal zu kaufen, während in der Küstenebene immer nur kleine Käufe von einigen hundert oder einigen tausend Dunam möglich sind. Zu den oben erwähnten Käufen der Palestine Land Development Co. in der Küstenebene kommen noch 60.000 bis 70.000 Dunam hinzu, welche die JCA in der Nähe von Benjamina gekauft oder von der Regierung in langjährige Pacht bekommen hat. Auch einige Privatleute und Gesellschaften haben in der Küstenebene direkt von Arabern einige Terrains gekauft. Rechnet man hierzu noch zirka 50.000 Dunam Boden, deren Kauf schon vor langer Zeit durch die Palestine Land Development Company begonnen wurde (zum größten Teil für Rechnung des Jüdischen Nationalfonds), aber infolge großer Schwierigkeiten erst jetzt seiner Durchführung nahegekommen ist, so ergibt sich, daß in der Küstenebene, einschließlich der Akko-Ebene, zirka 250.000 Dunam Boden in jüdischen Besitz gekommen sind, das heißt sogar etwas mehr als im Emek Jesreel. Richtig ist allerdings, daß die Zionistische Organisation in der ersten Zeit nach dem Weltkriege das Schwergewicht ihrer Kolonisation in den Emek Jesreel verlegte, weil sie nur hier hoffen konnte, in kurzer Zeit große Flächen für eine großzügige Kolonisation zu erwerben. In der Küstenebene hätte der Kauf, der sich im Emek Jesreel in einigen Monaten durchführen ließ, viele Jahre in Anspruch genommen. Es war aber damals gerade im Interesse der ganzen zionistischen Bewegung eine unabweisliche Notwendigkeit, nicht jahrelang mit der Kolonisation zu warten, sondern sofort damit zu beginnen. Dazu kommt noch, daß in der Küstenzone die Kolonisation im wesentlichen auf Grundlage des Orangenbaues geführt werden muß und daß Orangenplantagen erst nach sechs Jahren einen Ertrag geben. Bei der unsicheren Finanzlage der Zionistischen Organisation, wie sie im Jahre 1920 und 1921 herrschte, würde eine Kolonisation in der Küstenebene außerordentlich riskant gewesen sein, denn sie hätte bedeutet, daß die Siedler mindestens sechs Jahre hin-