Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1929)
- Article
- Die Erwerbung des Emek Jesreel
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 16 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2379786-2379874-2379879-2389371--09148-2389587- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
hingen wegen einer an Merchawiah angrenzenden Fläche von 20.000 Dunam in Mesrah. Er schloß einen provisorischen Vertrag zum Preise von zirka 40 Franken pro Dunam ab. Ich bemühte mich, auf einer Reise in Rußland und auch auf schriftlichem Wege dafür Käufer zu finden, und auch das Odessaer Komitee tat Schritte in dieser Richtung. Es gelang mit Hilfe des verstorbenen Ingenieurs Nachum Syrkin in Kiew, den reichen Zuckerfabrikanten Brodski für diesen Boden zu interessieren; er gedachte, darauf Versuche mit dem Anbau von Zuckerrüben zu beginnen. Brodski beauftragte uns, den Boden zu kaufen. Aber kaum hatte er sich zum Kauf des Bodens bereit erklärt, als der Baron Rothschild ebenfalls den Entschluß faßte, den Boden zu erwerben. Es war kein Zweifel, daß dem Baron in diesem Falle das Vorrecht gebührte. Ich telegraphierte deshalb an Brodski — es war in den letzten Tagen des Juli 1914 — und bat ihn, zugunsten des Baron Rothschild auf den Kauf zu verzichten. Umgehend kam seine telegraphische Zustimmung aus einem deutschen Badeorte. Es war bereits einige Tage vor oder einige Tage nach der Kriegserklärung, und es war klar, daß Brodski gar nicht mehr in der Lage gewesen wäre, das Geld für den Kauf zu überweisen. Dagegen überwies der Baron Rothschild für den Kauf des Bodens eine halbe Million Franken. Dieses Geld konnte zwar in der Kriegszeit nicht mehr für den Bodenkauf benützt werden, es war aber die letzte Geldsendung, welche die JCA in der Kriegszeit erhielt, und war ihr zur Fortsetzung ihrer laufenden Arbeiten von höchstem Werte. Während des Krieges und in den ersten zwei Jahren nach dem Kriege waren Bodenkäufe gesetzlich unmöglich. Nach Einrichtung der Zivilverwaltung unter Herbert Samuel im Jahre 1920 wurde der Bodenkauf wieder erlaubt. Hankin war wieder zur Stelle und schloß einen provisorischen Vertrag über 70.000 Dunam ab. Die Hälfte des Bodens (Nahalal, Djindjar, Nasra) war unbewässerter Boden und kostete £ 3 pro Dunam, die andere Hälfte (Nuris) war zum Teil bewässert und kostete £ 6x/2. Der ganze Kaufpreis belief sich annähernd auf £ 300.000 und sollte sofort bei Übernahme des Bodens bezahlt werden. Als Hankin mit diesem Vertrage zu mir kam, erklärte ich ihm, daß nach der Geldlage der Zionistischen Organisation und ihrer Institute ein solcher Kauf absolut unmöglich sei. Hankin wies immer wieder auf die Wichtigkeit dieses Kaufes hin. Ich sah ein, daß hier zum ersten Male die Möglichkeit gegeben war, auf einer großen Fläche, wie sie uns vordem noch nie zur Verfügung gestanden hatte, eine Kolonisation großen Stils zu beginnen, aber ich sah keinen Weg, um den gewaltigen Betrag für den Kauf aufzubringen. Unsere Unterhaltung dauerte viele Stunden und schien resultatlos zu verlaufen, bis ich schließlich Hankin erklärte, daß ich versuchen