Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1929)
- Article
- Die Erwerbung des Emek Jesreel
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Emek Jesreel schweifen ließ, klar geworden, daß dieses Gebiet infolge seiner Nähe zu Haifa, der guten Verbindungen durch Eisenbahn und Chaussee, der leichten Bearbeitbarkeit des Bodens, wie kein anderes Gebiet für eine jüdische Kolonisation geeignet sei. Ich ergriff deshalb gern die Gelegenheit, den ersten Fuß in den Emek zu setzen. Aber es war nicht leicht, die Mittel für den Kauf aufzutreiben. Nur der Zufall, daß damals gerade Franz Oppenheimer seine Siedlungsgenossenschaft begründet hatte und dafür Boden suchte und daß gleichzeitig noch einige private Käufer auftraten, machten den Kauf möglich. Der Nationalfonds übernahm 3500 Dunam des Bodens für die Siedlungsgenossenschaft und die Palestine Land Development Co. den Rest. Noch aber war damit der Kauf nicht durchgeführt, denn die türkischen Behörden weigerten sich, den Kauf zu bestätigen, trotzdem als Käufer vor den Behörden weder der Nationalfonds noch die PLDC, sondern ein Jude, Efraim Krause, der türkischer Staatsangehöriger war, auftrat. Der Gouverneur in Nazareth, ein fanatischer Antizionist, erklärte, daß er bis zum letzten Blutstropfen gegen diesen Kauf kämpfen würde. Er ließ auch die Befehle des ihm vorgesetzten Mutessarif in Akko, dem Kauf keine Hindernisse zu bereiten, unbeachtet. So blieb denn nichts übrig, als daß wir uns an den Vali (Generalgouverneur) in Beirut wandten. Höchste Eile war geboten, denn der Kauf begann schon Aufsehen zu erregen und einflußreiche Kreise bemühten sich, ihn zu vereiteln. Ich erinnere mich, wie Hankin und ich im Februar 1910, an einem schrecklich stürmischen und regnerischen Tage, an dem die Schiffe zwischen Haifa und Beirut nicht verkehren konnten (einen Weg für Wagen gab es noch nicht), von Haifa nach Beirut ritten, und wie wir am ersten Tage erst gegen Mitternacht in Sidon und am zweiten Tage in Beirut ankamen. Aber trotzdem wir zwei Wochen hier blieben und uns die Bestätigung des Kaufes von einem Tage zum andern zugesagt wurde, mußten wir doch schließlich Beirut unverrichteter Sache verlassen. Erst den Bemühungen Hankins durch seine Freunde in Konstantinopel gelang es, durch das Ministerium die Bestätigung des Kaufes durchzusetzen. So war der erste Siedlungspunkt im Emek gewonnen, und bald darauf begannen die Oppenheimschen Siedlungsgenossenschaft und einige private Kolonisten dort die landwirtschaftliche Tätigkeit. Um diese Zeit regte sich von neuem unter den bemittelten russischen Juden das Interesse für den Bodenkauf in Palästina. Hankin war seit dem Kauf von Merchawiah in die Dienste der Palestine Land Development Company getreten, für die er bis heute arbeitet. Er ließ keine Gelegenheit vorbeigehen, um den Bodenbesitz in Palästina zu erweitern und trat im Jahre 1913 wiederum in Verhand-