Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1929)
- Article
- Die Erwerbung des Emek Jesreel
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 14 (sequence 2)
- Language
- German
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70.000 Dunam in Untergaliläa (Jemma, Mescha usw.) zu erwerben. Er legte diesen Plan Herrn Tomkin vor, der das Büro der Chowewe Zion zusammen mit den Herren Pines und Bentowim leitete. Tomkin stimmte dem Plan zu, nicht nur wegen der Fruchtbarkeit der vorgeschlagenen Gebiete, sondern weil es hier und nur hier möglich war, große Flächen auf einmal von Großgrundbesitzern zu erwerben, während im übrigen Palästina der Boden in kleinen Teilen unter viele Eigentümer zersplittert war und der Erwerb eines zusammenhängenden Stückes den größten Schwierigkeiten begegnete und Jahre in Anspruch nahm. Hankin ging mit Eifer ans Werk, und es gelang ihm im Jahre 1891, sich durch einen Vertrag mit den Großgrundbesitzern 160.000 Dunam Boden im Emek Jesreel und der Akko-Ebene zum Preise von 15 Franken pro Dunam zu sichern. Diese 160.000 Dunam umfaßten auch die Böden, die vor einigen Jahren in den Besitz der Haifa Bay Development Co. und kürzlich zum größten Teil in den Besitz des Jüdischen Nationalfonds gekommen sind. Es war Hankin nicht leicht geworden, den Vertrag wegen der 160.000 Dunam zu einem niedrigen Preise abzuschließen, wreil schon damals Spekulanten aller Art sich an den Bodeneigentümer herandrängten und durch Angebot höherer Preise den Vertrag mit Hankin zu vereiteln suchten. Aber Hankin genoß bei den Arabern ein großes Vertrauen, und es gelang ihm, die Konkurrenz der Spekulanten auszuschalten. Aber mitten in der Ausführung des Vertrages verbot die türkische Regierung, die durch die stärker gewordene Einwanderung von russischen Juden erschreckt war, die jüdische Einwanderung überhaupt. Dieser Schlag wirkte katastrophal auf den Bodenkauf. Die russischen Bodenkaufsgesellschaften lösten sich auf, sandten die versprochenen Kaufgelder nicht ein und die ganze großangelegte Transaktion fiel ins Wasser. Zwanzig Jahre vergingen, ohne daß der Versuch, den Emek Jesreel zu erwerben, wiederholt wurde. Erst im Jahre 1910 nahm Hankin, der inzwischen in Untergaliläa Boden für die JCA gekauft hatte, die Verhandlungen wegen Bodens im Emek Jesreel wieder auf. Er schloß auf Veranlassung eines russischen Juden, Elias Blumenfeld, der mit eigenen Mitteln eine größere Farm anlegen und zu diesem Zwecke 1000 Dunam kaufen wollte, einen Vertrag über eine Fläche von 9500 Dunam in Phule, das später Merchawiah genannt wurde. Er hoffte, daß die JCA, in deren Diensten er damals stand, den Rest des Bodens kaufen würde. Aber die JCA lehnte es ab, und so wandte er sich an mich, als Leiter des Palästinaamtes, mit der Frage, ob die zionistischen Institutionen zum Ankauf bereit seien. Mir war schon früher, jedesmal wenn ich auf der Fahrt von Haifa nach Nazareth meinen Blick über die weite Fläche des