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Palästina · 1929-04-01 · Heft 4-5 (April 1929) · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 4-5 (April 1929)
Article
Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
Date
1929-04-01
Page
Seite 60 (sequence 31)
Language
German
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neuer Geist muß in unserer Behandlung der jetzt auftauchenden Kolonisationsprobleme walten. Es steht tatsächlich so viel auf dem Spiel, daß unsere Kolonisationsleitung alle Hebel in Bewegung setzen sollte, damit keine Gelegenheit verloren wird. Keine Anstrengung soll gespart werden, um sich der Dienste der besten der erlangbaren Kräfte und der Mitarbeit aller schöpferischen Elemente des Jischuw zu versichern, sowie aüe Energien auf dieses große Unternehmen zu konzentrieren. Der erste Schritt sollte vielleicht in der Einsetzung einer speziellen Sachverständigenkommission bestehen, Männern mit Wissen und Erfahrung, die sie in Palästina oder in anderen Ländern erworben haben. Diese Kommission sollte eine gründliche Untersuchung der Ländereien vornehmen und all ihre Möglichkeiten in umfassender Weise studieren. Als ihr Ziel sollte sie es ansehen, einen vollständigen Kolonisationsplan für die Gegend zu entwerfen und darin anzugeben, was davon zuerst zu verwirklichen gesucht werden müsse, was später zu tun möglich wäre und welche Arbeitsmethoden man anzuwenden hätte. In manchen Kreisen herrschen Besorgnisse darüber, ob nicht der Übergang der Haifabayländereien an den Keren Kayemeth Leisrael ihre Entwicklung verzögern würde, da er private Unternehmungen davon abhalten könnte, sich zu engagieren und das für solche Entwicklung nötige Kapital zu investieren. Die so denken, sind der Meinung, daß große Entwicklungen nur möglich sind unter Herrschaft privaten Bodeneigentums mit unbeschränktem Spielraum für individuelle Initiative und persönlichen Unternehmergeist. Eine solche Meinung ist verursacht durch einen Mangel von Verständnis für die Funktionen des Keren Kayemeth Leisrael und die Möglichkeiten, die er für wirkliche Initiative bietet. Selbst jene, welche an Kolonisationsprobleme in einer dilettantischen Weise herantreten, sollten die Tatsache beachten, daß auf der ganzen Welt Unternehmungen, selbst solche großen Umfangs. auf Böden entwickelt worden sind, welche dem Staat oder den Gemeinden gehören. Dies ist der Fall sowohl in alten als in neuen Ländern, und in England, ebenso wie in Amerika und Australien, fehlt es nicht an Beispielen, daß große Fabriken und neue Viertel auf Böden gebaut wurden, für welche die Pacht auf kürzere Zeit erteilt wurde, als sie gewöhnlich der Keren Kayemeth Leisrael gewährt. Der einzige Unterschied zwischen Land in Privatbesitz und solchem, das vom Keren Kayemeth Lejisrael gepachtet wird, liegt darin, daß bei letzterem jener Wertzuwachs des Bodens, der infolge der allgemeinen Entwickelung, die dank den öffentlichen Anstrengungen eintritt, ent-

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