Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 61 (sequence 32)
- Language
- German
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steht, öffentlichen Interessen zugute kommt und nicht einigen wenigen Grundbesitzern. Der Besitzer von industriellen und kommerziellen Unternehmungen strebt übrigens nach Einkommen und Gewinn aus dem Betrieb seiner Fabrik oder seines Geschäftes und nicht nach den spekulativen Profiten aus dem Wertzuwachs des Bodens, auf dem sein Unternehmen steht. Es ist ihm daher in den meisten Fällen gleichgültig, ob diese auf Land in Eigenbesitz oder auf in Pacht genommenem gebaut ist. Es ist oft tatsächlich von Vorteil für ihn, wenn er der Notwendigkeit enthoben ist, in den Boden viel von dem benötigten Kapital zu stecken, das viel vorteilhafter in seinem Geschäfte verwendet werden kann. Außerdem ist das Bodeneigentum einer öffentlichen Körperschaft, wie des Keren Kayemeth Lejisrael, der in der Lage ist, Vorsorge für eine Bodenreserve bei seinem Landbesitz zu treffen, von großem Vorteil für den Industriellen, denn dadurch ist er sicher, daß ihm eine künftige Erweiterung erleichtert wird und sie bei Zukauf von Land nicht gehemmt werden würde durch Zahlung unverhältnismäßig hoher Preise, die eine unvermeidliche Folge eines Systems privaten Bodeneigentums wären. Das Vorurteil, das in manchen Kreisen gegen den Keren Kayemeth Lejisrael herrschte, entstammte der Tatsache, daß wir gewöhnt worden sind, ihn als das Instrument für den Kauf landwirtschaftlichen Bodens für die armen Chaluzim anzusehen, welche keine eigenen Mittel haben, die sie investieren könnten. Dies ist eine ganz irrtümliche und im Wesen antizionistische Auffassung des Keren Kayemeth Lejisrael. Dieser kauft Land weder für den armen noch für den reichen Siedler; er erwirbt den Boden Palästinas zum Nutzen aller Klassen des Volkes und letzten Endes zum Wohle des jüdischen Gemeinwesens als Ganzes.