Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 59 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2379786-2379874-2379878-2388964--08907-2389195- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
zu beobachten, wie zahlreich die Beispiele von städtischen oder industriellen Zentren sind, die plötzlich in Gegenden entstanden, welche in keiner Weise für eine solche Entwicklung von Natur aus begünstigt waren, ja, viel schlechtere natürliche Bedingungen aufwiesen als andere zufällige Ursachen. Interessen von organisierten Gruppen oder der Unternehmungsgeist und die Tatkraft einzelner haben in der Entwicklung solcher Zentren eine große Rolle gespielt. Beispiele dieser Art können auch in der jüngsten Geschichte der Haifabayländereien gefunden werden. Als vor ungefähr drei Jahren der Plan der Errichtung der zentralen Eisenbahnwerkstätten und -depots auftauchte, wurde vorgesehen, daß diese auf der anderen Seite des Karmel, weit vom Süden der Stadt, liegen sollten; tatsächlich ist mit Vorbereitungen auf dieser Seite begonnen worden. Trotzdem gelang es, dank der energischen Schritte, welche die an der Entwicklung der Ländereien der Haifa-Bay-Company Interessierten und diese selbst unternommen hatten, eine Änderung jener Beschlüsse zu erzielen, so daß diese Bauten von der Regierung auf den Haifabayterrains errichtet werden sollen, wodurch in ihrer Nachbarschaft verschiedene Möglichkeiten für industrielle sowie Wohnzwecke eröffnet werden. Ein anderes Beispiel liefert die Straße Haifa—Akko. Ursprünglich sollte diese in einer Richtung angelegt werden, wie dies vom Standpunkte der mit den Haifabayländereien verknüpften Interessen nicht befriedigen konnte. Nach langwierigen Verhandlungen gelang es, die Regierung zu überzeugen, die Pläne für diese Straße so zu ändern, wie dies den Bedürfnissen der Entwickelung dieser Ländereien entspricht. Auf der anderen Seite sind dort, wo keine Voraussicht geübt und nicht genügende Energie aufgewendet worden ist, schwere Rückschläge erfolgt. Das war der Fall bei der Wahl des Platzes für den Hafen. Dieser wird jetzt an einem Ort gebaut werden, welcher nach der Meinung vieler Sachverständiger nicht der geeignete ist in bezug auf die Bedürfnisse von Haifas normalem Wachstum und die Entwickelung seines Hinterlandes, ein Platz, welcher weiter entfernt ist von den Ländereien der Haifabay, als es der Fall gewesen wäre, wenn die maßgebenden Kreise dafür hätten beeinflußt werden können, an erster Stelle die Bedürfnisse des Wachstums der Stadt zu berücksichtigen. Daß die Zukunft noch große Entwicklungsmöglichkeiten für das Hinterland von Haifa in sich birgt, steht außer Zweifel, aber um diese in angemessenem Umfang zu nutzen, müssen wir lernen, vorauszusehen, die wahrscheinliche Linie der Entwicklung vorwegzunehmen und die verschiedenen Faktoren, welche diese bestimmen, richtig einzuschätzen. Für die Haifabayländereien beginnt jetzt ein neues Kapitel, und ein