Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 43 (sequence 14)
- Language
- German
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einer gewissen Zeit ein Gebäude von bestimmtem, je nach der Lage des Grundstückes verschiedenem, Werte zu errichten8). Nach einer Äußerung des „Oberkommissärs für die federale Hauptstadt" ist die Steigerung der Bodenwerte in und um Canberra bereits so bedeutend, daß man mit Sicherheit darauf rechnen kann, im Laufe von fünfundzwanzig Jahren ausreichende Einnamnen zu erzielen, um die sehr großen Investitionen der Commonwealth für die Errichtung der Hauptstadt vollständig verzinsen zu können9). 5. Der Erwerb der Böden um die Haifabucht kann infolge der Eigenartigkeit des Geländes mit keinem anderen Bodenkauf verglichen werden. Demzufolge müssen bei ihrer Erschließung auch andere Maßstäbe als bei sonstigen Böden angelegt werden. Dieses Land ist als Reserve für die künftige Stadterweiterung gedacht. Der Sinn einer Bodenreserve ist vor allem, die Böden zu einem wesentlichen Teil unbenutzt zu lassen. Man soll zugunsten der Befriedigung momentaner kolonisatorischer Bedürfnisse die Interessen der Zukunft nicht preisgeben. Gerade weil dieses Land so teuer ist und gerade weil es seinesgleichen in Palästina nicht ein zweites Mal gibt, muß mit ihm besonders sorgfältig verfahren werden. Sollte es aber der landwirtschaftlichen Kolonisation dienen, so wäre der Zweck des Erwerbs durchaus verfehlt. Der Keren Kayemeth hat durch diese Böden ein außerordentlich wertvolles Objekt in den Besitz bekommen; er muß auch verstehen, dasselbe entsprechend auszunutzen. Bei der Ausarbeitung des Planes der Verwertung dieser Ländereien müssen auch zeitlich ganz andere Maßstäbe angelegt werden, als man dies bis jetzt gewöhnt war. Man darf nicht mit Jahren, sondern muß mit Jahrzehnten rechnen. Eine städtische Bodenpolitik kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie auf lange Sicht angelegt ist. Der Erwerb der Haifabayböden bedeutet zweifellos einen Wendepunkt in der Tätigkeit des Keren Kayemeth. Durch diese Tat hat er sich zum erstenmal klar und eindeutig für die Führung einer städtischen Bodenpolitik entschieden. Damit hat er den Weg beschritten, der ihn zum wirklichen Träger der jüdischen Bodenpolitik in Palästina machen kann, einer Bodenpolitik, die, alle Zweige unserer Volkswirtschaft berücksichtigend, auf dem Lande und in der Stadt wirksam sein 8) Land and Liberty, Monthly Journal for Land Value Taxation and Free Trade, August-September, 1927, p. 177. 9) Land and Liberty, Monthly Journal for Land Value Taxation and Free Trade, January, 1927, p. 22.