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Palästina · 1929-04-01 · Heft 4-5 (April 1929) · p. Seite 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 4-5 (April 1929)
Article
Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
Date
1929-04-01
Page
Seite 40 (sequence 11)
Language
German
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bei ihrem Erwerb in einer ziemlichen Entfernung von der Stadt waren. Preise gezahlt, die sonst für städtische Grundstücke galten, und zwar 230 bis 285 Pfund pro Dunam. Zwecks erfolgreicher Bekämpfung der Bodenspekulation müssen rechtzeitig diejenigen Flächen aufgekauft werden, deren sich die Spekulanten in Voraussicht der künftigen Stadterweiterung bemächtigen würden. Deswegen ist der Ankauf von Geländeflächen u m die Stadt das wirksamste Mittel gegen die Spekulation. Anstatt den Spekulanten zuzufallen, kommen die Böden in die sicheren Hände einer gemeinnützigen Institution, wie des Keren Kayemeth, der sie solange unbenutzt halten wird, bis sie in das Weichbild der Stadt einbezogen werden. Dann werden vom Keren Kayemeth diejenigen Böden der Benutzung zugeführt, die für die Erweiterung der Stadt unumgänglich notwendig sind. Die Böden werden aber nicht zu spekulativen Preisen verkauft, sondern gegen einen mäßigen Pachtzins für Bauzwecke oder industrielle Verwertung vergeben. Die Bodenspekulation wird lahmgelegt, weil ihr die Betätigungsobjekte entzogen sind. Die Bodenreserve muß ausreichend groß sein und das ganze Gebiet umfassen, welches bei einer Berechnung auf sehr lange Zeit hinaus für die Verbreitung der Stadt in Betracht kommt. Demzufolge muß sie Boden einbeziehen, die noch als rein landwirtschaftliche betrachtet werden können. Der Besitzer der Bodenreserve kann auch die Gestaltung der Bodenpreise im gesamten Weichbilde der Stadt entscheidend beeinflussen, denn die reichliche Zufuhr des Baulandes bei einer Stadterweiterung führt nicht bloß zu einer partiellen, sondern zu einer allgemeinen Steigerung der Bodenpreise7)* Das bedeutet, daß die Steigerung der Bodenpreise in den Außenbezirken auch eine Preissteigerung in der Innenstadt bewirkt. Dort, wo man vermittels einer Bodenreserve eine Bodenpreissteigerung in den Außenbezirken verhindert, tritt sie auch in einem viel mäßigeren Tempo in der eigentlichen Stadt auf. Wenn durch die Ausdehnung der Stadt eine Nachfrage nach neuem Baugelände auf dem Bodenmarkt eintritt, wird sie auf die im Umkreis der Innenstadt vorhandenen privaten Böden, für die naturgemäß sehr hohe Preise gefordert werden, nicht angewiesen sein, weil das Angebot von nationalem Boden den Bedarf zu vorteilhafteren Bedingungen wird decken können. Es wird sich weit eher lohnen, nationalen Boden zu einem mäßigen Pachtzins in Erbbau zu bekommen, also für privaten Boden unerschwingliche Preise zu bewilligen. Auf diese Weise wird dem Keren Kayemeth die Möglichkeit gegeben, den gesamten Bodenmarkt Haifas zu beeinflussen. Hohe Bodenpreise bedingen die gedrängte Bauweise in Form 7) Eberstadt, Handbuch des Wohnungswesens und der Wohnungsfrage, Seite 129.

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