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Palästina · 1929-04-01 · Heft 4-5 (April 1929) · p. Seite 39

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 4-5 (April 1929)
Article
Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
Date
1929-04-01
Page
Seite 39 (sequence 10)
Language
German
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Momente zum Vorschein kommen? Es muß vorausgeschickt werden, daß, im Gegensatz zu den sonstigen Erscheinungen des wirtschaftlichen Lebens, das Gesetz von Angebot und Nachfrage nur in sehr bedingter Weise auf Böden angewendet werden kann. Würde dieses Gesetz auch hier gelten, müßten die Bodenwerte am niedrigsten dort stehen, wo leicht zugängliches und leicht bebaubares Gelände reichlich vorhanden ist, und „am höchsten dagegen dort, wo die Bodenverhältnisse ungünstig sind und die Stadterweiterung auf Geländeschwierigkeiten stoßt4)." In Wirklichkeit tritt gerade das Gegenteil ein. Die Bodenpreise stehen am höchsten gerade dort, wo es weiteste Bodenflächen gibt und die Stadterweiterung sich in fast ungehinderter Weise vollziehen kann. Es hat sich bei allen neuzeitlichen Stadterweiterungen ergeben, daß das Vorhandensein von vielem Bauland zu einer Steigerung der Bodenpreise führt. Diese Beugung eines natürlichen Gesetzes ist durch die Tatsache zu erklären, daß das Gebiet der Bodenspekulation in den städtischen Außenbezirken liegt. „Die Leichtigkeit, mit der das Außenland zusammengekauft und festgehalten werden kann, ist für die Wirksamkeit der Bodenspekulation bestimmend5).64 Das eigentliche Feld der Spekulation ist der unbebaute Boden in der Umgebung der Stadt, und das Vorgehen der Bodenspekulation ist von außen nach innen der Stadt gerichtet. Lujo Brentano drückte es aus in der Formel: „Der Druck der Bodenspekulation geht von außen nach innen und preßt die Bevölkerung zusammen". Die Untersuchungen Prof. Eberstadts, des bekannten Fachmannes auf dem Gebiete des Wohnungswesens, haben gezeigt, daß die gedrängte (vielstöckige) Bauweise nicht, wie es „der natürlichen städtischen Entwicklung entsprechen würde, von innen nach außen, sondern von außen nach innen vorrückt. . . Die durch die Bodenspekulation bewirkte Zusammendrängung der Bevölkerung ist am stärksten auf dem reichlich vorhandenen, ursprünglich billigem Gelände der Außenbezirke6)." Dadurch erklärt sich die Bedeutung der Bodenreserve. Die Spekulation kauft die billigen Terrains zusammen und wartet ab, bis sie durch das Anrücken der Stadt im Preise steigen und beträchtliche Gewinne abwerfen. Dasselbe sah man in kleinerem Maßstabe bereits in Tel-Aviv, wo die von der Stadt entlegenen Grundstücke bedeutend im Wert gestiegen waren. So wurden in der „Sch'chunath Hazafon" für Grundstücke, die 4) Rudolf Eberstadt, Handbuch des Wohnungswesens und der Wohnungsfrage, 4. Auflage, G. Fischer-Verlag, Jena 1920, Seite 128. 5) Idem, Seite 129. i]) Rudolf Eberstadt, Die Spekulation im neuzeitlichen Städtebau, G. Fischer-Verlag, Jena 1907, Seite 26—27.

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