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Palästina · 1929-04-01 · Heft 4-5 (April 1929) · p. Seite 38

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 4-5 (April 1929)
Article
Die Rolle des Keren Kajemeth bei Entwicklung der Haifa-Bay
Date
1929-04-01
Page
Seite 38 (sequence 9)
Language
German
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sogar 520% hoch2). In Nürnberg zeigte die Bewegung der Bodenwerte von 1871 bis 1909 je nach der Klasse Steigerungen um 1150, 2900 und 4700%3). Solche Beispiele lassen sich leicht vermehren. Eine ähnliche Entwicklung wird sicherlich auch in Haifa eintreten. Konnte man doch bereits eine Verfünffachung, ja eine Verzehnfachung der Grundstückpreise dort konstatieren. (In Tel-Aviv waren Fälle einer noch größeren Preissteigerung anzuführen.) Die jetzige Preissteigerung in Haifa ist aber nur ein kleiner Anfang, eine Folge der bisherigen noch relativ schwachen Ausbreitung der Stadt. Wenn die Entwicklung dieser Stadt, wie dies zu erwarten ist, in einem wirklich raschen Tempo fortschreitet, werden die Bodenwerte in Haifa dieselbe phantastische Hohe erreichen, wie dies in den Großstädten Europas der Fall ist. So zahlte man in Berlin bereits im Jahre 1910 für einen Quadratmeter Boden in einer Geschäftsstraße 2250 Mark (1121/2 Pfund) und für einen Quadratmeter in einer Wohnstraße 810 Mark (401/2 Pfund). In London zahlte man im Jahre 1926 von 108 bis über 1070 Pfund pro Quadratmeter. Es liegt auf der Hand, daß eine so gewaltige Preissteigerung unumgänglich von einer schrankenlosen Spekulation begleitet ist, die ihrerseits die Bodenpreise künstlich hinaufschraubt. Alles, was man in dieser Hinsicht in Tel-Aviv gesehen hat, wird gegenüber dem, was sich in Haifa ereignen kann, nur ein Kinderspiel sein. 3. Das einzige Mittel, um dies zu vermeiden, ist die Schaffung einer für die Ausdehnung der künftigen Großstadt ausreichenden Bodenreserve. In Haifa soll das nicht fehlen, was in Tel-Aviv so schwer entbehrt wurde. Durch den Übergang der Böden der Haifabay in den Besitz des Keren Kayemeth ist eine solche Reserve geschaffen worden. Die Ausdehnungsmöglichkeiten des gegenwärtigen Haifa sind durch das Karmelgebirge beschränkt. Die Stadt kann sich in einem größeren Maßstabe nur nach Norden und Nordosten erweitern, wo breite Strecken freien Landes vorhanden sind. Das bedeutet, daß die Entwicklung der Stadt unvermeidlich in die Richtung der jetzt vom Keren Keyemeth geschaffenen Bodenreserve gehen muß. Welche sind die praktischen Vorteile einer Bodenreserve, in welcher Weise wäre sie imstande, zu verhüten, daß die erwähnten negativen 2) v. Nostiz, Wertzuwachssteuer, Handwörterbuch der Staatswissenschaften. 8. Band, 3. Auflage, G. Fischer-Verlag, Jena 1911, Seite 775. 3) Adolf Damaschke, Aufgaben der Gemeindepolitik, G. Fischer-Verlag, Jena 1922, Seite 9.

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